• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
    Carlo Schmid (1949)

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Warum die revolutionäre Linke Israel so hasst

Henryk M. Broder ist für viele eine Reizfigur. Er provoziert gerne und ist sich nicht zu schade, seinen Gegnern gegenüber laut zu werden. Das mag nicht jeder. Aber er hat die große Fähigkeit, Fakten zu sammeln, zusammenzufassen und sinnvoll zu präsentieren. So auch hier.

Wer sich einmal den Schaum vor dem Mund abwischt und sich den präsentierten Fakten gegenüber aufgeschlossen zeigt, wird es verstehen.

Der Antizionismus ist gerade bei Linken zur allgemeinen Räson geworden. Allerdings tappen Israels Politiker auch in jede Falle, die ihnen gestellt wird.

von Henryk M. Broder

Schwedische Hafenarbeiter haben einen Boykott israelischer Schiffe und Frachten angekündigt.

„Wenn ein israelisches Schiff ankommt, werden wir es nicht entladen“

, sagte Peter Annerback, ein Sprecher der Hafenarbeiter-Gewerkschaft. Als Grund der Maßnahme gab er den „kriminellen Angriff auf einen friedlichen Schiffs-Konvoi“ an.

Zugleich erklärten über 40 Prozent der Norweger bei einer Umfrage, sie würden bereits israelische Produkte meiden oder hätten vor, es demnächst zu tun.

An der diesjährigen Gay-Pride-Parade in Madrid sollte auch ein Wagen der israelischen Homosexuellen-Organisation „Aguda“ teilnehmen. Die Einladung wurde widerrufen. Der Präsident der Spanischen Föderation für Lesben, Schwule, Trans- und Bisexuelle (FELGTB), Antonio Póveda, erklärte, die Stadtverwaltung von Tel Aviv habe sich geweigert,

„das Massaker an neun Genossen der ‚Friedens-Flotilla‘ zu verurteilen, deshalb haben wir die Karosse ausgeladen“. Man möchte nicht, ergänzte ein Mitveranstalter, „dass unser Festumzug durch gewalttätige Tumulte in die Schlagzeilen gerät“.

Israelischer Kinofilm durch kritische Dokumentation ersetzt

In Paris gaben die Betreiber einer Gruppe von Filmkunstkinos bekannt, sie würden die israelische Filmkomödie „Five Hours From Paris“ vorerst nicht zeigen und durch einen israelkritischen Dokumentarfilm ersetzen. Auch hier war die israelische Intervention vor Gaza der Grund für die Programmänderung.

Schließlich meldete sich aus dem fernen Kuba der sieche Revolutionsführer Fidel Castro überraschend zu Wort.

„Es scheint, als sei das Hakenkreuz die Fahne des heutigen Israel“, meinte der Maximo Lider – und ging noch einen Schritt weiter. Israel würde nicht zögern, „1,5 Millionen Männer, Frauen und Kinder in die Krematorien zu schicken, in denen Millionen von Juden umgebracht wurden“.

Ja, es waren turbulente Wochen für Israel, die mit einer verunglückten Kommando-Aktion vor der Küste Gazas begannen. Und wie immer, wenn Israel ins Kreuzfeuer gerät, breitete sich im Lande Unverständnis aus. Dass die ganze Sache in die Hose gegangen war, darüber war man sich schnell einig. Es dauerte nur etwas länger, bis man begriff, dass es nicht der Verlauf und der Misserfolg der Aktion war, der die Welt aufregte, sondern die Idee, die dahinter steckte: „Wir machen, was wir für richtig halten, koste es, was es wolle. Und Ihr könnt Euch aufregen, bis Euch die Luft ausgeht.“

Eine elegante Aktion

Vor ziemlich genau 29 Jahren, nachdem israelische Bomber den im Bau befindlichen irakischen Reaktor von Osirak pulverisiert hatten, war die Aufregung noch von Respekt durchsetzt und die Empörung überwiegend geheuchelt. Denn die Israelis hatten nicht nur etwas für ihre eigene Sicherheit getan, sondern auch den Gegnern und Nachbarn des Irak, vor allem dem Iran und Saudi-Arabien, einen Gefallen erwiesen. Deswegen durften die israelischen Maschinen jordanisches und saudi-arabisches Territorium überfliegen. Hinzu kam, dass es eine „elegante“ Aktion war, die nur einen Menschen, einen Wärter, das Leben gekostet hatte. Die israelischen Bomber flogen so dicht beieinander, dass sie auf den Radarschirmen wie ein großer Passagierjet erschienen, die Piloten sprachen Arabisch miteinander.

Inzwischen scheint den Israelis ausgerechnet die Fähigkeit abhanden gekommen zu sein, der sie ihre Existenz im Nahen Osten verdanken: Quantität durch Qualität, Masse durch Klasse zu ersetzen.

Schon der Krieg gegen die Hisbollah endete mit der Erkenntnis, dass militärische Überlegenheit allein keine Garantie für den Sieg sein muss. Hatte Israel im Jahre 1967 die Golan-Höhen, die Westbank, den Gaza-Streifen und die Sinai-Halbinsel in sechs Tagen erobert, brauchte es 2006 mehr als vier Wochen, um mit der „Armee Gottes“ nicht fertig zu werden. Auch im Krieg gegen die Hamas Anfang 2009 zog Israel politisch und moralisch den Kürzeren. Zwar stellte die Hamas den Beschluss israelischer Ziele mit ihren „selbst gebastelten“ Raketen ein, aber 1400 getötete Palästinenser und eine intakt gebliebene Hamas-Führung ließen auch in Israel keine Jubelstimmung aufkommen. Goliath hatte ein Scharmützel gegen David gewonnen – aber um welchen Preis?

Israel unpolitischer und hedonistischer geworden

Warum die Israelis seit einiger Zeit aus Erfahrung immer dümmer werden, kann man auf zweierlei Weise erklären. Einmal mit dem Wandel der Gesellschaft, die nicht mehr überleben, sondern einfach leben will. Verglichen mit der Situation vor 10 oder 20 Jahren ist Israel unpolitischer und hedonistischer geworden. Käme heute ein israelischer Politiker auf die Idee, in einer Situation auf Leben und Tod zu rufen: „Macht nichts, es ist gut, für unser Land zu sterben …“, würde sich jeder zweite Israeli vor Lachen ausschütten, und die anderen wüssten nicht einmal, dass es sich um die letzten Worte eines berühmten Zionisten handelt, der im Kampf um Eretz Israel gefallen ist: Joseph Trumpeldor (1880-1920).

Wer nur einen Nachmittag in einem der vielen Tel Aviver Strandcafes verbracht oder in einer der Super-, Hyper- und Mega-Malls eingekauft hat, die in den letzten Jahren gebaut wurden, der muss sich fragen, ob die Israelis noch in der Lage sind, für etwas anderes zu kämpfen als einen Platz an der Poolbar oder die völlige Aufhebung des Ladenschlusses. In dieser Hinsicht hat Israel die gleiche Entwicklung durchgemacht wie Europa nach 1989, nur schneller und radikaler.

Israel hat mental abgerüstet

Das ist an sich ein gutes Zeichen. Aber nur, wenn man in der Schweiz, in Holland oder in Deutschland lebt, und nicht in einem Land, über dessen Existenz und Existenzberechtigung rund um die Uhr debattiert wird, von der Uno bis zu den Ortsvereinen der Partei Die Linke, wo die Gretchenfrage „Wie hältst du es mit Israel?“ so zur Tagesordnung gehört wie die, ob die DDR möglicherweise ein „Unrechtsstaat“ war.

Israel hat mental abgerüstet. Es hat bessere Waffen als je zuvor, aber vermutlich nicht mehr die Menschen, die sie bedienen können. Und schon gar nicht die Politiker, die es ihren Wählern erklären könnten, warum die beste Armee im Nahen Osten in jede Fall tappt, die ihr gestellt wird.

Antizionismus ist allgemeine Räson geworden

Zweitens: Die Israelis hatten schon immer einen starken Zug zum Autismus. Und es ist ihnen in fast jeder Krise gelungen, sich selbst davon zu überzeugen, dass sie im Recht sind. Sie konnten es sich nicht vorstellen, die USA als Schutzpatron zu verlieren, und sie sind ganz außer sich über den geopolitischen Seitenwechsel der Türken, obwohl der sich seit langem angekündigt hat. „Wie können die nur? Wo wir immer so nett zu ihnen waren!“

Und weil sie sich immer darauf verlassen haben, was die Staatsbesucher in das Gästebuch von Yad Vaschem schrieben („Nie wieder! Wehret den Anfängen!“), haben sie auch nicht mitbekommen, was sich in Europa zusammenbraut.

Nicht die Solidarität mit Israel, die in jeder Sonntagsrede beschworen wird, der Antizionismus ist inzwischen zur allgemeinen Räson geworden. Ein albernes, dummes und konfuses Buch eines Akademikers, der in Israel als der Erich von Däniken der neueren Geschichte gilt, wird landauf, landab in den Feuilletons gefeiert. Es handelt von der „Erfindung des jüdischen Volkes“ durch die Zionisten zum Zwecke der Eroberung Palästinas. Nun ist der Zionismus als Begriff gerade 120 Jahre alt, das Judentum bzw. jüdische Volk ein wenig älter. Wenn aber das jüdische Volk von den Zionisten „erfunden“ wurde, dann steht auch der „Judenstaat“ auf wackeligen Füßen, ein artifizielles Gebilde, ein Fremdkörper im Fleisch der Araber. So sehen es auch die Hamas, die Hisbollah und der iranische Präsident.

Die Erfindung des jüdischen Volkes

Wenn es aber so ist, dann muss man sich fragen: Wieso sind so viele Antisemiten, von Luther bis Marx, von Haman, dem Wesir des Perserkönigs Xerxes, bis Hitler auf ein Phantom reingefallen? Ein Unvolk, das es nicht gegeben hat, bis es von den Zionisten erfunden wurde?

Die Frage wird nicht einmal gestellt. Es reicht, dass der Historiker, als Israeli und Akademiker doppelt legitimiert, ein weiteres Modul für den Rückbau des zionistischen Projekts liefert. Hätte er ein Buch über die „Erfindung des belgischen Volkes“ geschrieben, was in der Tat eine diskutable These wäre, würde er noch immer in seiner Klause sitzen und auf die erste Besprechung warten. Aber „die Erfindung des jüdischen Volkes“ klingt nicht nur nach einem globalen Schwindel, die Idee taugt auch als Heilsalbe auf die Wunden der Antisemiten. Hat es das jüdische Volk in Wirklichkeit nicht gegeben, dann muss auch die Judenfeindschaft eine Chimäre gewesen sein.

Schön wär’s. Tatsächlich ist der Antisemitismus, der auf die Vernichtung der Juden zielte, von einem Judenhass abgelöst worden, der seine eigene Entlastung sucht. Deswegen phantasieren seine Träger mit Hingabe darüber, dass die Israelis den Palästinensern das antun, was die Nazis den Juden angetan haben; dass es heute in Gaza so zugeht wie früher im Warschauer Ghetto. Und nennen solche Halluzinationen „Israelkritik“. Aber die so genannte Israelkritik hat wenig mit den Zuständen in Palästina und sehr viel mit den Bedürfnissen der Israelkritiker zu tun, die unter der Last der eigenen Geschichte ächzen.

Im Nahen Osten sind die Rollen klar verteilt

Es sind nicht die Israelis bzw. die Juden, die von Hitler nicht loskommen, es sind die Deutschen, die im Schatten des großen Diktators leben, in einer Art Daueralarm, der auch bei nichtigstem Anlass aktiviert wird, wenn z.B. eine Fernsehmoderatorin „Autobahn“ oder „innerer Reichsparteitag“ sagt.

Allerdings: Es sind leider nicht nur die Deutschen, die sich auf der Flucht vor der eigenen Geschichte befinden. Israel, hat der Historiker Leon Poliakov gesagt, sei „der Jude unter den Staaten“. Und so wie Juden in Zeiten zunehmender Unübersichtlichkeit als Sündenböcke gebraucht wurden, so wird Israel heute umso mehr dämonisiert, je schwieriger es wird, die Welt zu verstehen. Mag es für die Wirtschaftskrise, den Klimawandel, den Islamismus und andere Übel des 21. Jahrhunderts viele Erklärungen geben, im Nahen Osten sind die Rollen klar verteilt: Israelis sind die Täter, Palästinenser die Opfer.

Tertium non datur. (Eine dritte Möglichkeit, also dass lediglich etwas Mittleres gilt, das weder die Aussage ist, noch ihr Gegenteil, sondern irgendwo dazwischen, kann es nicht geben.)

Die Exzesse der „Israel-Kritik“ der letzten Wochen sind allein mit der Politik Israels nicht zu erklären; wäre es so, müsste Henning Mankell die PR-Tour für sein neues Buch sofort abbrechen und sich auf den Weg nach Usbekistan machen, allein oder mit anderen, übers Land oder übers Meer, um Druck auf die Regierung auszuüben, damit sie die Grenzen für usbekische Flüchtlinge aus Kirgistan aufmacht.

Aber das wird der „engagierte“ Schriftsteller nicht machen, denn sowohl die Usbeken wie die Kirgisen sind Moslems, und wenn die einen die anderen umbringen, dann ist es eine Familienangelegenheit, in die er sich nicht einmischen möchte.

In Mankells humanitärer Agenda sind die Palästinenser nur Mittel zum Zweck. Für ihn liegt das Übel nicht in der Politik, sondern in der Existenz des Judenstaates. Dessen Gründung sei völkerrechtlich nicht legitim gewesen, deswegen ruft er die Israelis dazu auf, auf ihre

„Privilegien zu verzichten und in einem palästinensischen Staat zu leben“. Sollten sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, ist „der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems das einzig denkbare Resultat“ – gleich oder später: „Die Frage lautet also nicht, ob, sondern wann es geschieht.“

Der Zionismus soll scheitern

Ist das noch „Israelkritik“? Nein, es ist ein wenig mehr. Es sind Vernichtungsphantasien im Dienste des Fortschritts. Die revolutionäre antiimperialistische Linke hat ein spezielles Problem mit Israel. Sozialismus und Zionismus sind nahe Verwandte, entstanden zur selben Zeit und von den gleichen Idealen geprägt: Freiheit, Gerechtigkeit, Selbstbestimmung. Viele Zionisten waren auch Sozialisten. Die Sowjetunion hat die Gründung Israels unterstützt.

Der Kibbutz ist das einzige Modell eines wirtschaftlichen Kollektivs, das bis heute funktioniert, auch wenn es nicht, wie in den Anfangstagen, für eine gerechte Verteilung der Armut sondern des Überflusses sorgt.

Und während der Sozialismus überall Konkurs anmelden musste, hat der Zionismus unter schwierigsten Bedingungen mehr als nur überlebt. Das nimmt ihm die revolutionäre antiimperialistische Linke übel, wie ein Bankrotteur es einem Konkurrenten übel nimmt, dass er nicht Pleite gemacht hat. Deswegen soll auch der Zionismus scheitern.

Am runden Tisch der Verlierer ist noch ein Plätzchen frei. Auch Linke werden aus Erfahrung dümmer.

Interessant ist auch der Artikel von Steven Kramer in der TAZ (sic!), der die Gaza-Ereignisse aufarbeitet. Oh, da fühlen sich manche Leser aber arg auf die Füße getreten, manche möchten sogar die Meinungsfreiheit abschaffen.

Nahost im hohen Norden

Wenn Hitler als coole Nummer gilt und man über den Holocaust lachen darf – in Oslo und Malmö hat der Judenhass Einzug gehalten

Aldo Keel In Norwegen sorgen Fernsehreportagen über Judenhass an Schulen für Aufsehen. Da klagt ein Vater, halbwüchsige Muslime hätten seinen Sohn erhängen wollen, weil er Jude sei. Lehrer sprechen von «notorischem Mobbing». Hitler gelte als «coole Nummer», der Westen als jüdisches Protektorat. Lektionen über den Holocaust würden mit Hohngelächter quittiert. Einen üblen Einfluss hätten Fernsehsendungen aus dem Nahen Osten, die per Satellit zu empfangen sind. Szenen einer palästinensischen Station zeigten Kinder im Primarschulalter, die sich bereit erklärten, Juden zu töten, falls es Allah wünsche. Die israelische Politik findet in Norwegen, dem einstigen Friedensstifter, wenig Anklang. Kürzlich erwogen sogar einige Bischöfe der Staatskirche einen Aufruf zu einem Boykott israelischer Waren. In Norwegen leben 1300 Juden und 150 000 Muslime.

Die Reportagen schockierten. Der Generalsekretär des Islamischen Rats und Vertreter christlicher Kirchen statteten der Osloer Synagoge einen Solidaritätsbesuch ab. Die Christliche Volkspartei erinnerte daran, dass sie schon vor Jahresfrist nach einem Handlungsplan gegen den Antisemitismus gerufen habe. Der liberale Abgeordnete und Muslim Abid Q. Raja fragte im Parlament den linkssozialistischen Integrationsminister:

«Geniessen Muslime in Norwegen einen speziellen Schutz, den man nicht antasten darf?»

Raja legte dem Minister eine Aufklärungstour durch Oslos Moscheen nahe. Doch der Minister winkte ab. Eine Arbeitsgruppe soll sich jetzt des Problems annehmen.

In Schweden steht die Stadt Malmö im Brennpunkt. Sie zählt 265 000 Einwohner, unter ihnen 700 Juden und 60 000 Muslime, die zum Teil im Rosengård-Viertel in elenden Verhältnissen leben. Unlängst untersuchte «Skånska Dagbladet» in einer Artikelserie den grassierenden Antisemitismus. Während des Gaza-Kriegs entlud sich die aggressive Stimmung in gewaltsamen Ausschreitungen. Als auch Malmös Juden auf die Strasse gingen, wurden sie mit Brandkörpern beschossen. Eine 86-jährige Auschwitz-Überlebende erzählte der finnischen Zeitung «Hufvudstadsbladet», wie sie, in eine Gasse abgedrängt, von Knirpsen angeschrien wurde, alle Juden müssten getötet werden.

2009 wurden in der Provinz Schonen doppelt so viele antisemitische Straftaten registriert wie im Vorjahr.

  • Ein Brandanschlag auf die Kapelle des jüdischen Friedhofs,
  • Grabschändungen und
  • fortgesetzte Bedrohung jüdischer Ladeninhaber wurden verzeichnet.
  • Ein Künstler stellte Büchsen mit der Aufschrift «Zyklon B – Giftgas» vor das jüdische Gemeindehaus.
  • Im benachbarten Helsingborg wurde versucht, die Synagoge in Brand zu stecken.
  • Der Palästinakonflikt wirkt sogar in der 6. Liga der Fussballer nach, wo der jüdische FC Hakoah in einer Gruppe mit dem FC Palästina spielen soll und vergeblich um eine Neueinteilung bat.
  • Während des letztjährigen Kampfs gegen den FC Kosovo stürmten Fans der Kosovaren aufs Feld und setzten zur Hetzjagd auf die jüdischen Kicker an, die jedoch von den Spielern des Kosovo-Teams geschützt wurden.
Bereits hat der Exodus jüdischer Familien begonnen.

«Stellen Sie sich vor, dass ein so phantastisches Land wie Schweden meiner Familie kein Sicherheitsgefühl vermitteln kann»,

seufzt ein Vater gegenüber «Skånska Dagbladet». Seine Vorfahren seien im 19. Jahrhundert vor Pogromen aus Russland geflohen. Jetzt werde sein Sohn in Malmö auf dem Weg zur Synagoge als «Judensau» beschimpft.

Jeder Kommunalpolitiker müsste ein solches Problem eigentlich reflexartig aufgreifen, schreibt die linksliberale Stockholmer Zeitung «Dagens Nyheter». Doch der sozialdemokratische Bürgermeister Ilmar Reepalu schiebe die Schuld den Opfern zu. Reepalu forderte in einem am Holocaust-Gedenktag veröffentlichten Interview Malmös jüdische Gemeinde auf, sich von den Übergriffen der Israelis in Gaza zu distanzieren. Auch sagte er, es sei nicht Malmös Problem, wenn Juden nach Israel ziehen wollten. Jetzt soll ein Dialogforum Spannungen abbauen.

via NZZ Online

Skandinavien: Gelbe Sterne auf den Rücken

Kopenhagen. Wenn sich Aron auf dem Heimweg von der Synagoge seinem Kopenhagener Wohnviertel nähert, nimmt er die Kippa ab. Auf Nørrebro, wo die Mehrheit der Bewohner muslimische Zuwanderer sind, muss niemand wissen, dass er Jude ist. Norwegische Schüler bekommen gelbe Sterne auf den Rücken geklebt, ohne dass Lehrer eingreifen. 2009 sind aus Malmö 30 jüdische Familien ausgewandert, weil ihnen die Schikanen zu viel wurden. In Skandinavien beklagen jüdische Gemeinden Übergriffe. Die Verantwortlichen ignorierten dies.

„Wenn jüdische Familien nach Israel auswandern wollen, ist das nicht Malmös Sache“, wiegelte Bürgermeister Ilmar Reepalu (Sozialdemokrat) ab und bestritt, dass in seiner Stadt Juden angegriffen würden.
Die Wirklichkeit, die Fredrik Sieradzki kennt, ist anders.

„Wir werden angepöbelt, wir werden physisch angegriffen.“ Es gebe keinen Zweifel, wer hinter der Gewalt stehe: „Personen, die aus den Nahen Osten kommen“.

Die Angriffe eskalierten im Vorjahr, als 200 jüdische Demonstranten während des Gaza-Krieges eine Kundgebung für Frieden und Mitleid mit den zivilen Opfern beider Seiten hielten und von einer viel größeren Gruppe palästinensischer Gegendemonstranten mit Steinen, Flaschen und Molotowcocktails vom Platz gehetzt wurden. Reepalu forderte daraufhin die jüdische Gemeinde auf, sie solle sich lieber von Israels Übergriffen distanzieren. Später wurde der jüdische Friedhof geschändet, Gemeindemitglieder von Maskierten überfallen, kleine Kinder beschimpft. Einem jüdischen Schüler drohten Mitschüler, man werde ihn „halal-schlachten“.

Im norwegischen Fernsehen berichteten Lehrer und Eltern, wie der Unterricht über den Holocaust boykottiert werde und Aussagen wie „Die Juden standen hinter dem 11. September“ unwidersprochen blieben. Als ein Schüler klagte, dass er mit dem Tod bedroht werde, weil er ein „Judenschwein“ sei, wies ihn der Lehrer mit dem Hinweis ab, dass so etwas allen passieren könne.

Unterrichtsministerin Kristin Halvorsen zeigte sich überrascht über das Ausmaß diesen „unakzeptablen“ Rassismus, weist aber Vorwürfe zurück, sie habe durch scharfe israel-kritische Aussagen solche Übergriffe legitimiert.

Die 86-jährige Judith Popinski, die Auschwitz überlebt hat, erzählt immer noch an schwedischen Schulen über ihre Erfahrungen. Doch dort, wo muslimische Schüler in der Überzahl sind, ist sie nicht mehr willkommen.

Ein Treffen von Malmös jüdischer Gemeinde mit Bürgermeister Reepalu hat diesem nun doch zu denken gegeben. „Das hassvolle Bild ist viel stärker als ich glaubte“, räumte er ein und will Initiativen ergreifen, die sichern, dass sich „alle in Malmö sicher fühlen.“

Wenn schon die eher linke FR schreibt, dass die Zustände so schlimm sind und so ignoriert werden …

WANN WACHEN DIE POLITIKER AUF?

Selbst wenn es keine Juden, sondern z.B. Chilenen oder Griechen wären: Kann man eine solche Situation in einer Stadt zulassen? Würden in Schweden lebende Griechen für die desaströse Finanzpolitik der griechischen Regierung verantwortlich gemacht werden? Kennt jemand einen solchen Griechen? Es wäre auch totaler Schwachsinn.

Wie schrieb schon Henryk M. Broder:

„Kritische Geister, die gestern noch mit Marx der Meinung waren, Religion sei Opium fürs Volk, fanden plötzlich, man müsse doch Rücksicht nehmen auf religiöse Empfindungen, vor allem, wenn sie von Gewaltakten begleitet werden“

Neuer Judenhass durch Muslime

Europa erlebt einen Aufschwung von Antisemitismus, ausgelöst zu einem großen Teil durch junge Moslems. Darüber berichtet das Wochenmagazin „Focus“. Die britische Tageszeitung „Telegraph“ beschreibt ebenfalls wachsende Bedrängnis für Juden in der schwedischen Stadt Malmö.

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, war langjähriger Präsident des jüdischen Sportclubs Makkabi Frankfurt. Er berichtet gegenüber „Focus“:

„Antisemitische Schmähungen auf dem Platz kommen mittlerweile nicht mehr in erster Linie von deutschen Rechtsradikalen, sondern von muslimischen Einwanderern.“

Bei offiziellen Begegnungen höre er von den Vertretern muslimischer Organisationen zwar stets Bekenntnisse gegen den Antisemitismus.

„Aber nach innen, gegenüber den eigenen Leuten sind sie noch viel zu wenig engagiert“, sagt Graumann. „Wenn sie mehr täten, würden die muslimischen Verbände dadurch viel mehr Glaubwürdigkeit gewinnen.“

Der Antisemitismus vor allem unter arabischen Jugendlichen sei „erschreckend hoch“, so Graumann. „Es hat keinen Sinn, sich wegzuducken oder das Thema wegzudrücken.“

Der „Focus“ fügt hinzu: „Was Graumann beobachtet, geschieht zurzeit vielerorts in Europa: Einwanderer aus muslimischen Ländern heizen einen neuen Antisemitismus an. Neu, weil dieser Judenhass alte Stereotype mit der Nahost-Auseinandersetzung verrührt.“

Nur Antisemitismus durch Neo-Nazis ist berichtenswert
Dabei versuchten viele Politiker und Journalisten, das Thema zu umgehen oder beiseitezuschieben. Als etwa am Abend des 8. November 2009 die Dresdner Synagoge mit antisemitischen Sprüchen beschmiert worden war, hätten die Zeitungen lediglich berichtet, dass der Täter „unter anderem“ Hakenkreuze an die Wand gemalt habe. „Focus“: „Kaum ein Medium schrieb, was tatsächlich auf der Synagogenmauer zu sehen war: ein Hakenkreuz, ein Gleichheitszeichen und ein Davidstern. Juden gleich Nazis also. Und daneben der Spruch: ‚Scheiß Juden – killers of children‘.“ Als die Polizei ein paar Tage später einen 39-jährigen Algerier als Täter verhaftet habe, hätten die Medien fast gar nicht mehr darüber berichtet.

Auch als im Januar 2009 ein staatenloser Palästinenser einem Wachmann vor der Berliner Synagoge in der Oranienburger Straße eine Eisenstange auf den Kopf schlug, habe lediglich das britische Magazin „Spectator“ davon berichtet. Der „Focus“-Autor schreibt weiter: „Ebenso verdruckst schwiegen die meisten Politiker und sonstigen Kommentatoren, als 2007 ein afghanischstämmiger Mann in Frankfurt am Main auf offener Straße einem Rabbi ein Messer in den Bauch stieß. Das Opfer überlebte damals mit ziemlich viel Glück.“

Eine Studie der „Jewish Agency“ registrierte laut dem Magazin 2009 so viele antisemitische Übergriffe in Europa wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Besonders hoch schwappte die Welle in Frankreich, wo vorwiegend Muslime arabischer Herkunft leben: Im ersten Halbjahr 2008 zählte die „Jewish Agency“ dort 431 antisemitische Übergriffe, im gleichen Zeitraum 2009 waren es 631.

Das „Zentrum für Antisemitismusforschung“ habe schon frühzeitig in einer Studie auf den wachsenden Judenhass unter Migranten aus muslimischen Ländern aufmerksam gemacht, so der „Focus“. Doch „Die „Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ in Wien habe sich lange geweigert, die Studie zu veröffentlichen. Sie behaupteten laut Magazin, „unwissenschaftlich“ gearbeitet zu haben, ohne Belege für ihre Behauptung anzugeben.

Juden verlassen schwedische Stadt
Auch aus Schweden berichtet die britische Tageszeitung „The Daily Telegraph“ einen Zuwachs an Diskriminierung gegenüber jüdischen Mitbewohnern durch muslimische Zuwanderer. Am Sonntag schrieb das Blatt, dass im vergangenen Jahr die Synagoge der 700 Mitglieder zählenden Gemeinde in Malmö angezündet worden war, jüdische Friedhöfe würden regelmäßig geschändet, und Juden würden vermehrt auf dem Heimweg von Gebetstreffen auf der Straße belästigt. Hass-Verbrechen gegen Juden hätten sich im vergangenen Jahr auf 70 Vorfälle verdoppelt, so der „Telegraph“. Viele weitere würden wahrscheinlich gar nicht der Polizei gemeldet, vermuten Beamte. Es sei bei dem derzeitigen Klima der Angst nur noch ein Frage der Zeit, bis Menschen persönlich angegriffen würden. Schweden war für lange Zeit ein sicherer Hafen für verfolge Juden. Schon im 19. Jahrhundert flüchteten Juden aus dem Osten nach Schweden. Heute leben etwa 18.000 Juden in dem Land. In Malmö leben derzeit schätzungsweise 300.000 Moslems, das ist rund ein Fünftel der Stadtbevölkerung.

Vor der Synagoge von Malmö mussten mittlerweile Wachen aufgestellt werden, und die Fenster bekamen panzersicheres Glas. Der jüdische Kindergarten kann nur noch durch Sicherheitstüren betreten werden. Rund 30 jüdische Familien seien laut Zeitungsbericht bereits nach Stockholm, England oder Israel gezogen – oder hätten vor, wegzuziehen.

Der „Telegraph“ zitierte die 86 Jahre alte Judith Popinski, die das Konzentrationslager Ravensbrück überlebte und seit sechs Jahrzehnten mit ihrer Familie in Malmö wohnt.

„Ich hätte nie gedacht, dass mir dieser Hass in meinem Leben noch einmal begegnet, erst Recht nicht in Schweden“, sagt sie. „Dieser Hass kommt von den muslimischen Immigranten. Die Juden fürchten sich.“

Die Witwe berichtet, dass sie angefeindet worden sei, als sie eingeladen wurde, in Schulen über den Holocaust zu sprechen.

„Muslimische Kinder ignorieren mich oft, wenn ich über meine Erlebnisse im KZ berichte. Der Grund ist das, was ihre Eltern über Juden erzählen. Der Hass des Nahen Ostens ist nach Malmö gekommen. Schulen in muslimischen Gegenden laden schon keine Holocaust-Überlebenden mehr ein, bei ihnen zu sprechen.“

Der sozialdemokratische Bürgermeister Ilmar Reepalu, seit 15 Jahren im Amt, muss sich von den Juden in Malmö laut „Focus“ den Vorwurf gefallen lassen, nicht genug gegen die Anfeindungen zu unternehmen. Er ist überzeugt: Was den Juden geschehe, sei traurig, aber nachvollziehbar, denn es sei die Folge der Politik der Israelis im Nahen Osten.

Böse Falle, Herr Bürgermeister. Unglaublich. Und wenn die Juden dann demnächst ermordet werden sollten, ist das sicherlich auch nachvollziehbar.
Da möchte man doch rufen: Stehen Sie zu Ihrem Antisemitismus und verstecken sich nicht hinter der Politik Israels!

Der Unterschied zwischen Reden und Tun

Die Spender der UNWRA

Die Spender der UNWRA

Und wenn das nächste Mal irgendwelche arabischen oder islamischen Staaten schreien, wie schlecht Israel die Palästinenser behandelt und wieviel Elend unter den Palästinensern herrscht, dass sie ausgehungert werden usw. … dann sollte man sich einmal in Ruhe den obigen „Kuchen“ anschauen. Dann weiß man, wie wichtig diesen Staaten die Palästinenser wirklich sind.

Die Palästinenser sind diesen Staaten nur aus einem Grund wichtig: Als Faustpfand gegen Israel.

Um 1948 wurden ca. 700.000 Palästinensern zu Flüchtlingen – aus unterschiedlichen Gründen. Im Zeitraum 1948 – 1960 wurden ca. 800.000 Juden zu Flüchtlingen – größtenteils aus arabischen und islamischen Staaten. Hört irgendjemand noch von diesen Flüchtlingen? Nein. Denn sie sind längst in die israelischen Gesellschaft integriert.

„Sieben Millionen Juden sorgen sich um das Schicksal von Gilad Shalit, während es 300 Millionen Araber völlig egal ist, was mit 100 Tausenden Palästinensern geschieht“,

sagte Walid Taha, der im Lager Shalita in Beirut lebt.

Pressefreiheit (Update)

Die Samstagsausgabe von EL Mundo wird ein Interview mit David Irving bringen und kündigt den Holocaustleugner als „Experten“ zum Thema Zweiter Weltkrieg an.

Und wie die Jerusalem Post berichtet, gebraucht das spanische Blatt die gleiche Entschuldigung wie die Aftonbladet-Redakteure: Pressefreiheit.
Pressefreiheit kann aber nicht reinwaschen.

  1. Wie konnten die „EL Mundo“-Redakteure die Tatsache ignorieren, dass Irvings Reputation als „Experte“ von einem britischen Richter, der ihn am Ende des Verleumdungsprozesses gegen Deborah Lipstadt als „antisemitischen und rassistischen“ Holocaustleugner und „pro-nazistischen Scharfmacher“ bezeichnet hatte, in alle Einzelteile zerlegt wurde?
  2. Die Präsentation „unterschiedlicher Erzählungen“ ohne Realitätsbezug speist sich aus dem historischen Revisionismus stalinistischer Prägung und nicht, wie man vielleicht glauben möchte, aus „historischen Entwürfen“.
  3. Die Behauptung, dass die Leser „selbst entscheiden können“, ist für eine Zeitung untauglich, deren Job es ist, „nur über Fakten“ zu berichten. Wie sollen Leser zu „begründeten Urteilen“ kommen, wenn sie falsch informiert werden?
via Media Back Spin

Zur Presse-, Meinungs- und Redefreiheit ist schon viel gesagt worden. Ein starker  Tenor ist, dass diese Freiheiten ein großes demokratisches Gut sind, das unbedingt und mit allen Mitteln verteidigt werden muss.
Ich stimme dem soweit zu, als dass diese Freiheiten unbedingt gegen eine unzulässige Einschränkung verteidigt werden müssen.
Aber Freiheiten bringen auch immer eine Verantwortung mit. Und auch diese Freiheiten sind jetzt schon in guter Weise eingeschränkt. Sie dürfen z.B. nicht dazu gebraucht werden, um
  • andere Menschen zu verleumden,
  • Nazi-Propaganda zu verkünden,
  • Geschichtsfälschung zu betreiben,
  • den Staat oder die Verfassung zu untergraben.

Der Fall des Aftonbladet und der El Mundo werfen grundsätzliche Fragen auf, wieweit die Medien gehen dürfen.
Wenn die schwedische Regierung sagt, sie kommentiert den Artikel im Aftonbladet nicht und enthält sich jeder Bewertung, weil sie sonst gegen die in Verfassung garantierten Rechte der Pressefreiheit verstößt, dann ist das Käse und eine faule Ausrede.

Denn keiner hat von der Regierung verlangt, die Pressefreiheit einzuschränken. Niemand wollte den Verlag des  Aftonbladet schließen, kein Journalist sollte ein Schreibverbot erhalten, es gab keine Anstrengungen, das Erscheinen der Zeitung zu verbieten oder einzuschränken.

Aber auch in Schweden gibt es einen Presserat, der falsches Verhalten rügt und natürlich hat es auch in Schweden schon Politiker gegeben, die die Medien für etwas kritisiert haben, ohne dass irgendjemand die Pressefreiheit eingeschränkt sah.
Hier versteckt sich die schwedische Regierung hinter Ausreden und pfeift sogar noch ihre Botschafterin in Israel zurück, die sich vom Artikel im Aftonbladet distanziert hatte. Deutlicher kann man m.E. nicht ausdrücken, dass man mit dem Tenor des Artikels und dessen Kritik an der Zielgruppe „Juden“ einverstanden war.

Wenn außerdem solche Länder wie Iran, Syrien oder Libyen Beifall klatschen, dann ist das ein starkes Indiz dafür, dass man beim Aftonbladet in die falsche Richtung gegangen ist oder – aus Sicht der Zeitung – auch nicht

Der Fall der „El Mundo“ geht noch weiter. Denn hier ist bereits belegt, dass David Irving ein Hetzer, ein Scharfmacher und ein Holocaustleugner ist. Er hat dafür bereits in einem österreichischem Gefängnis gesessen. Seine Ansichten sind klar. Ihm in einem Interview die Möglichkeit zu geben, seine kruden Ansichten zu verbreiten – und er wird es sicherlich so geschickt tun, dass er nicht noch einmal im Gefängnis landen wird – und das mit der Pressefreiheit zu begründen, ist einfach widerlich. Man hätte einen kritischen Artikel über ihn schreiben können, aber ihm eine Plattform für seine Lügen zu bieten, ist falsch. Punkt.

Hier noch ein Kommentar aus dem „Israel Report“ vom 04.09.09:

Zu lügen ist schlechter journalistischer Standard – und wird in journalistischen Kreisen nicht akzeptiert. Viele Nationen haben Kontrollausschüsse, um zu überprüfen, ob die Medien ethische Standards einhalten. Aber jemanden zu zitieren, der lügt, verstößt nicht grundsätzlich gegen die Regeln. Dies ist auch verständlich, denn ein Journalist kann nicht immer wissen, ob eine Person lügt.
Hier müssen seine eigenen ethischen und moralischen Wertvorstellungen zusammen mit seinem gesunden Menschenverstand anfangen zu arbeiten. Hier zeigen sich die moralischen Standards und ideologischen Überzeugungen eines Journalisten.

Hier beginnt aber auch die Grauzone. Diese Grauzone wächst von Tag zu Tag in der post-modernen Welt, in der wir leben, wenn objektive Wahrheiten ausradiert werden und jeder einzelne für sich entscheidet, was wahr ist.

Heute ist es alltäglich, dass Israel und die Juden verteufelt werden und es wird nicht als schlechter Journalismus oder unethisch erachtet. Schlimmer noch, diese Art von Propaganda wird generell nicht in Frage gestellt. Man muß die Völker bemitleiden, deren ethische Standards auf ein so niedriges Niveau sinken – auch, wenn es sich als freie Meinungsäußerung tarnt. Sofern das nicht korrigiert wird, verfallen solche Gesellschaften von innen.

Ja, wir müssen die Presse- und Redefreiheit schützen! Aber müssen wir jeden Dummkopf ans Mikrofon lassen, um es zu beweisen?

Manche verweisen in den aktuellen Fällen auf die Mohammed-Karikaturen. Wenn diese veröffentlicht wurden – so ihr Argument -,  dann kann man auch nichts gegen die Artikel im Aftonbladet oder in der El Mundo sagen.

Das ist falsch. Denn die Mohammed-Karikaturen waren Karikaturen – von vornherein als solche erkennbar – und es liegt in der Natur einer Karikatur, dass sie Vorhandenes überspitzt darstellt. Und die Bilder waren alle harmlos – bis auf eins, über das sich viele Moslems besonders aufgeregt haben: Der Prophet Mohammed mit der Bombe im Turban. Aber auch hier wurde lediglich Vorhandenes überspitzt, denn wie viele Islamisten haben im Namen des Islams – und damit des Propheten – gebombt und getötet.

Auf jeden Fall stellen diese Bilder keine Lügen dar, sondern waren allerhöchstens unzulässig überspitzt.

Anders bei den genannten Zeitungsartikeln: Hier a) wurde heftig gelogen und b) wird einem chronischen Holocaustleugner und überführtem Lügner eine stark beachtete Plattform gegeben.

UPDATE vom 06.09.09:

Dass unterdessen die Pressefreiheit nicht in Gefahr gerät, distanziert eine Regierung sich von einem Zeitungsbeitrag – nichts anderes hatte Israel von Carl Bildt gefordert -, zeigt Spanien. Am Wochenende erschien dort in der Zeitung El Mundo ein Interview mit dem Holocaust-Leugner David Irving, der einerseits als “Experte” für den Zweiten Weltkrieg vorgestellt, aber auch von der Redaktion kritisch eingeordnet wurde.
Ein Sprecher des spanischen Außenministers Miguel Angel Moratino mußte keine Bestrafung für seine Worte befürchten:

“Der [spanische] Außenminister respektiert das Recht auf freie Rede, bedauert aber zutiefst, daß einem Historiker Platz eingeräumt wurde, der eine der größten menschlichen Tragödien in der modernen Geschichte leugnet [..]. Solche Äußerungen sind eine tiefe Verletzung des jüdischen Volks.”

Geht doch. Oder, Herr Bildt?

Schweden/Israel: Eine ausgewogene Stimme

Eine Stimme der Vernunft! Ein gut-sortierter Artikel über Befindlichkeiten, Hintergründe und Politik, wie sie sein sollte:

As the Aftonbladet organ harvesting scandal rumbles to the end of its second week, Stockholm-based Israeli writer David Stavrou calls on policy makers in Sweden and Israel to shed light on the situation rather than turning up the heat.

The latest quarrel between Israel and Sweden is a particularly ugly one. Although some of the points made by both sides are valid, they are contaminated by cynicism and false innocence on the Swedish side and by inadequate and inappropriate reactions on the Israeli side. This may be the time, almost two weeks after the publication of the original article in Aftonbladet, for both sides to take a fresh look at the situation and to reconsider a new course of action.

It would be wise to begin with what started the tension in the first place – the article itself. I don’t know Donald Boström, the journalist who wrote it and I’m not a regular reader of Aftonbladet, but I read the article titled „Our sons plundered for their organs“ more than once and it must be said that before being inciting or inflammatory it’s simply bad journalism, if it can be called journalism at all. Don’t take my word for it. Read it yourself: in Swedish or in one of the web-based translations in English.

There’s no proof of anything, no real investigation and no news value whatsoever. It’s a bizarre combination of speculation, unconfirmed testimonies and half truths from old, washed up stories. Anything goes as long as it can summon up the words Israel, war-crimes and stolen organs along with a picture of an autopsied body. Expressions like „serious accusations“ and „questions remain“ used throughout the article, remind one of those low budget conspiracy theories.

Here’s just a taste of the article’s negligence – first of all, the main story, which is one of many unrelated stories, is 17 years old which makes it well-nigh impossible to confirm. Second, Boström makes no attempt to contact the Israeli Ministry of Defence, the Israeli Forensic Pathology centre or representative for the Israeli medical profession. In fact the only Israeli he claims to have interviewed (a soldier) is unnamed, we don’t get his rank or his position and we don’t get any context to the interview. The same applies to the UN staff Boström claims to have talked to. Maybe this is designed to create an atmosphere of secrecy and mystery but journalism isn’t about atmosphere: it’s about facts. And facts are not a high priority for Boström who makes too many sloppy mistakes.

Why, for example, would soldiers, who as Boström claims, are sent out to steal organs, deliberately shoot the people they’re stealing organs from in the chest or the stomach, when it’s common knowledge that organs cannot be harvested from bodies with serious chest wounds? Even the family members whose evidence is the only „source“ to the story are now distancing themselves from Boström’s report and are claiming that they never said that organs were stolen. It’s as if an Israeli reporter would visit Sweden and 17 years later publish an article about witnessing a group of blond, drunken Vikings (just like Boström uses stereotypes of IDF soldiers) kidnapping and murdering a Norwegian woman. He can’t prove it, he spoke to no one about it, and there are no „sources“ other than relatives and an anonymous cop. But, obviously, these are serious accusations and many questions remain.

Israelis are right in claiming this is the stuff blood libels against Jews were always made from. But that, I think, is not the point here. It’s more important that this is the stuff a certain kind of modern journalism is made from. Just like the English Sun and the German Bild, Aftonbladet needs human-sacrifice, and the Jews, though far from being the only victims, are indeed ideal ones. They were in the medieval shtetl and they still are in 21st century journalism.

The differentiation between Jews and Israel in this case, like in many others, is wishful thinking on the part of many. In reality, there is no differentiation. Like it or not, Israel and the Jewish people are intertwined, each paying the price when the other is attacked, each rising and falling with the others‘ successes and failures. Aftonbladet knows this of course and takes advantage of it. They can make racist attacks disguised as legitimate political journalism.

Theirs isn’t traditional anti-Semitism based on religion (the Jews killed Jesus). It isn’t even modern anti-Semitism (the Jews are rich and control the world). This is post modern anti-Semitism. It’s all about ratings and it’s business orientated. It sells newspapers. Nobody cares about the truth because it’s subjective anyway, nobody has time for research and you can definitely count on it that no one will take responsibility. The writer gets his 15 minutes of fame; the paper makes millions. And damn the consequences.

But it’s not just about money; it’s also about politics too. The never ending and, quite frankly, tedious text Swedish officials use about freedom of speech is not relevant in this case. First of all, despite the claims of various official spokespeople, it is not absolute and untouchable, even in Sweden: witness the Danish Muhammad cartoons, and various regulations, self-censorship and safeguards that protect Swedes from offensive commercials and sensitive publications.

Sweden is very firm when it defends the rights of large minorities or powerful establishments (like Aftonbladet) but much less decisive when it comes to weaker groups or even the general public. This is why authorities in Malmö preferred to defend the right of an angry mob to boycott a tennis match between Israel and Sweden than to defend the right of the general public to watch the match.

Is Sweden’s Foreign Minister, Carl Bildt, really so naïve that he thinks that freedom of speech in Sweden applies equally to everyone and works equally for every one? I don’t think so. When he says that free press and free speech are the best defence against „breaches of judgment, bad taste and transgressions of core societal values“, he knows very well that these freedoms can very easily be used to wage attacks on minorities by an aggressive majority. Israel isn’t a minority in Sweden but an attack against it is very popular in many circles. This is where Bildt’s claims have a cynical twist. Defending freedom of speech in this case earns him the support of many. Especially valuable is the support of many on the other side of the Swedish political spectrum. What politician would object to that?

To be fair, Bildt and Sweden’s political establishment didn’t have to limit freedom of speech; they weren’t requested to close down Aftonbladet or to censor it. Instead of flying empty slogans which hide political interest, all they needed to do was to say they don’t believe the allegations and they see them as provocative and irresponsible. That’s not taking sides, it’s just being fair-minded. Instead of that, Bildt chose to distance himself from Sweden’s ambassador to Israel who did exactly that. He did the math: no one gains political points in Sweden from pleasing Israel. Quite the opposite.

But the cynicism is not limited to the Swedish side. Israel too is responsible for the deterioration of the situation. Every state has the right to defend itself against slander and lies, even if they’re published in a paper thousands of miles away. But there must be some kind of discretion in choosing methods of defence and counter attack. I would like to know, for example, who chose to use the holocaust card as the first reaction. Surely, of all the arsenal of Israeli arguments, another one could have been used against a Swedish tabloid, Auschwitz could have been saved for say, states that say they want to annihilate Israel and are in the process of building the weapons to do it. If, according to Israel’s Foreign Minister Avigdor Lieberman, the Afonbladet article is like the Protocols of the Elders of Zion and Bildt’s refusal do condemn it is equivalent to Sweden’s WW2 neutrality, then what is left for going after terrorist attacks against Jewish and Israeli targets and against genocidal, fascist regimes?

Perhaps it’s time for Israeli spokespeople to learn the power of understatement. A simple and straight-forward statement denying the allegations and denouncing those who spread them, accompanied with a nuanced „you should be ashamed of yourselves“ would have done the job. If Israel wants to take it a step further, why not show the world the power of civil debate and education? Why not organize a seminar for journalists on the connection between irresponsible journalism and hate crimes? Why not get Jewish organizations around the world to promote educational projects about anti-Semitism in the world today and invite Swedish teachers and students to join?

The point is not that the memory of the holocaust cannot be used in current public debate: it can and it should. It should be used by Israelis searching for their identity and moral values, it should be used around the world to fight racism and discrimination and it should be used moderately and responsibly. It’s true any official using Hitler and Goebbels for a diplomatic dispute is bound to get in the papers. The problem is that those papers are exactly the same kind as the one that started the current controversy. When Lieberman speaks, he’s not a speaker on a soapbox and he’s not in an academic seminar. His remarks are documented, they’re binding and they have consequences. Does anyone take this into account before statements are released?

In general, much of Israel’s reaction was confused and embarrassing. First, we heard Israeli officials claiming that Carl Bildt is not welcome in Israel if he doesn’t apologize. He obviously didn’t apologize and now we are told that no one actually really intended to cancel his September visit. If Bildt’s visit to Israel is important, how could anyone consider canceling it because of an independent newspaper article? If it isn’t, why waste tax payer’s money on it in the first place? The sad truth is that no Israeli politician ever lost points attacking „those anti-Semitic Scandinavians“ and no public figure in Israel has anything to lose from a good old display of patriotism.

And so, while Israeli bloggers are suddenly all experts on Sweden’s foreign policy in the forties and Swedish bloggers know all about Israeli organ transplant procedures, we come to a full circle. Everybody’s happy. Lieberman gets lots of headlines that are not related to the criminal charges pending against him; Carl Bildt becomes a champion of freedom of speech and broadens his electorate; Aftonbladet sells more papers and the Swedish and Israeli public can start a new round of boycotts and demonstrations. Everybody’s happy.

Well, everybody but me. It’s not easy being an Israeli in Stockholm these days. Even those who don’t believe what they read in Aftonbladet blame Israel for being paranoid and hysterical. Everything you see on the news is annoying and there’s always the fear that something may happen, that someone may do something. It’s not like it hasn’t happened before.

Obviously I’m not suggesting that Swedish or Israeli policy will be made according to my convenience, but here’s a thought: if policy makers could only learn to lower the flames instead of fanning the fire, any fire, and thus spread more light than heat onto our public discourse, then life wouldn’t only be better for Israelis living in Sweden. I think it would probably be better for everyone else too.

via The Local

Die Vorgeschichte zum Streit Jerusalem-Stockholm

… Schweden hat eine stark links geprägte politische Klasse, deren Einstellung Israel gegenüber sehr kritisch ist – und keinerlei Hemmungen hat, dies in einer Schärfe kundzutun, die in Deutschland regelmäßig Skandale heraufbeschwören würde. Die jüdische Gemeinde ist mit etwa 10.000 Mitgliedern winzig, die Zahl der eingewanderten Muslime dagegen ist mindestens 25-mal größer. Antisemitische und Holocaust-leugnende Publikationen von Neonazis und Islamisten haben in Schweden ebenso immer wieder Schlagzeilen gemacht, wie die Umtriebe von prügelnden Rechtsradikalen.

Dennoch hätten die Schweden nie vermutet, ein Antisemitismus-Problem haben zu können. Über Jahrzehnte galt das Land als frei von solchen Ressentiments. Als 2006 eine Umfrage unter 3000 Schweden ergab, dass mehr als ein Drittel ein bestenfalls ambivalentes, teils sogar ablehnendes Verhältnis zu Juden hat, reagierte der damalige Regierungschef Persson geradezu geschockt. …

mehr unter Viele Schritte bis zum großen Knall – Kölner Stadt-Anzeiger

Quo vadis, Schweden?

Fjordman erklärt den abscheulichen und schamlosen Judenhass der Schweden: „Mittelalterliche blutige Ehrverletzung, die mit Sicherheit Hasskriminalität gegen Juden unterstützt.“

Israels Botschafter in Schweden wurde vom schwedischen Auswärtigen Amt vorgeladen [1], um diplomatische Unstimmigkeiten zu besprechen, die nach einem Artikel in einer Zeitung entstanden sind, in der behauptet wurde, dass israelische Soldaten toten Palästinensern die inneren Organe systematisch entfernen würden. Dieser diplomatische Knatsch gründet sich auf die Entscheidung der Zeitung Aftonbladet zur Veröffentlichung eines Artikels, der detaillierte Beschuldigungen über die systematische Nutzung der Organe palästinensischer Männer erhebt. Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman verglich diese Behauptungen mit alten antisemitischen Lügen.

„Es ist bedauerlich, dass das schwedische Außenministerium nicht eingreift, wenn eine blutige Verleumdung gegen die Juden geäußert wird, was einen an das schwedische Verhalten während Des Zweiten Weltkriegs erinnert, als man auch nicht eingriff“,

zitierte eine israelische Regierungserklärung die Worte Liebermans.

Der schwedische Außenminister Carl Bildt[2] hat sich geweigert, auf Forderungen der israelischen Regierung einzugehen, sich von dem Zeitungsartikel zu distanzieren. Auf seinem Blog[3] macht Bildt geltend, dass Schwedens freie Presse und die Tradition der freien Rede die beste Verteidigung gegen „Rechtsverletzungen, schlechten Geschmack und Überschreitungen von sozialen Grundwerten ist.“

„Es gibt Forderungen von einigen Kreisen in Israel, dass wir in der einen oder anderen Weise sollte eine offizielle Stellungnahme abgeben sollten, um uns von diesem Artikel zu distanzieren, oder sogar zu intervenieren um zu verhindern, dass solche Artikel veröffentlicht werden,“ erklärt Bildt. „Aber unser Land funktioniert so nicht – und sollte es auch nicht.“

Die Außenminister zieht daraus den Schluss, dass er die Bedeutung des Schutzes der freien Meinungsäußerung verteidige.

Die Tatsache, dass die anti-israelische und anti-amerikanische Schriftstellerin Helle Klein, die seit vielen Jahren politische Redakteurin der Aftonbladet ist und auf ihrem Blog[4] auch herzlich über die „freie Meinungsäußerung“ spricht, ist so ein extremer Fall von Heuchelei, dass er einfach nicht unbeantwortet bleiben kann. Es gibt keine freie Meinungsäußerung in Schweden. Obwohl einige Länder wie Großbritannien und Belgien versuchen, hart daran zu arbeiten, diesen Titel für sich zu beanspruchen, würde ich persönlich Schweden als das wahrscheinlich totalitärste und politisch repressivste Land in der gesamten westlichen Welt von 2009 an einstufen und Aftonbladet hat wesentliche Beiträge zu diesem repressiven Klima beigesteuert. Schweden hat große Probleme, die durch Masseneinwanderung und insbesondere muslimische Einwanderung hervorgerufen werden, aber ehrlich über dieses Thema zu sprechen, ist absolut tabu bei den Mainstream-Medien. Genau wie die Journalistin Karen Jespersen[5] hat auch Helle Klein erklärt,

„Wenn es eine Debatte [über] die Probleme gibt, die durch Flüchtlinge und Einwanderer hervorgerufen werden, dann wollen wir dies nicht.“

Meinungsumfragen haben ergeben, dass zwei von drei Schweden bezweifeln, dass der Islam mit der schwedischen Gesellschaft vereinbart werden kann, aber nicht eine Partei, die im Parlament vertreten ist, hat sich jemals wirklich kritisch mit der Einwanderungspolitik auseinandergesetzt, und es gibt praktisch keine echte Debatte über Multikulturalismus und Islam.

Wie ich in meinem Essay „Why Europeans Should Support Israel“[6] bereits feststellte, sollte die Dämonisierung Israels zurückgewiesen werden, und zwar nicht nur wegen Israel, sondern auch wegen Europa. Die selben Leute, die die Israelis dämonisieren, tun dies auch mit den einheimischen Europäern, die gegen die Islamisierung Widerstand leisten und gegen die staatlich geförderte Kolonisierung ihrer Länder durch fremde Völker. Die Wahrheit ist, dass die Israelis sich selbst verteidigen, so dass ihre Töchter nicht unter den Vergewaltigungen durch die muslimischen Dschihadisten zu leiden haben, so wie es die Behörden in den westlichen europäischen Ländern und insbesondere in Schweden jeden Tag zulassen. Hier sind ein paar Zitate aus dem einschlägigen Kapitel „The Case of Sweden“[7], aus meinem Buch “Defeating Eurabia“[8]. …

Die schwedische Organisation Expo hat die Bereitschaft gezeigt „Informationen zu teilen“ mit radikalen Gruppen wie den „Anti-Faschisten“ der Antifascistisk Aktion (AFA). Die Schläger der AFA haben im Frühjahr 2008 das Auto einer älteren Frau zerstört[9] und schrieben: „nasse“ (Nazi) oben drauf. Es stellte sich aber heraus, dass sie das falsche Auto genommen hatten. Auch nach Jahren solcher Angriffe auf private Bürger haben die Behörden immer noch nicht gefordert, dass sie ihre Aktionen einstellen sollen.

Die führende Tageszeitung Aftonbladet hat enge ideologische Verbindungen zu den Sozialdemokraten, die die beherrschende Partei des Landes über die längste Zeit des vergangenen Jahrhunderts war. Helle Klein war die politische Chefredakteurin von 2001 bis 2007 und stand während einer Demonstration, die von islamischen und anti-rassistischen Organisationen im Dezember 2006 organisiert worden war, vor einem Banner auf dem stand „Ein Schweden für alle – Stopp der Nazi-Gewalt“ und sie hielt eine Rede in der sie vor Islamophobie in den Medien warnte. Klein äußerte in ihren Leitartikeln Sympathie für die terroristische Organisation Hamas[10] und warnte vor der Bedrohung des Weltfriedens durch die israelische Aggression und der christlichen Rechten in den USA[11]. Hamas ist eine faschistische Organisation, die offen den Massenmord an den Juden fordert. Gewaltsame Angriffe auf Juden in Europa im Jahr 2008 sind zu einem überwältigenden Maße durch die muslimische Einwanderung verursacht, die durch die EU und die nationalen politischen Eliten vorangetrieben wird. Die Ironie einer Warnung vor „Nazi-Gewalt“ und gleichzeitig eine Sympathie für eine Organisation, die zu Ende führen will, was die Nazis begannen, stört Frau Klein offenbar nicht.

Einer der Kollegen von Frau Klein, ebenfalls Kolumnist bei Aftonbladet, war der Langzeit-Kommunist Robert Aschberg, der jetzt Herausgeber des Expo-Magazins ist. Das führende Expo Mitglied Charles Westin hatte im Oktober 2007 das Buch Brunt! ( „Braun“, wie in „Faschist“) veröffentlicht, in dem er einzelnen Mitgliedern der AFA erlaubte, einen Teil ihres Geheimdienstwissens über „Rechtsextremisten“ beizutragen, unter ihnen Menschen, die in der legalen Partei der Schweden Demokraten sind. Neben Herrn Westin hat das Buch als Co-Autor einen gewissen Mats Deland, der ein Journalist von Aftonbladet ist. Warum wird es als rechtens angesehen, wenn ein Vertreter einer der größten skandinavischen Zeitungen, mit Verbindungen zur größten politischen Partei des Landes, sich so offen zu einer Organisation bekennt, die bekannt ist für körperliche Angriffe auf Mitglieder einer legalen Oppositionspartei, sogar in ihren privaten Wohnungen?

Vor den Wahlen im Jahr 2006 kooperierten die etablierten Parteien in Schweden und boykottierten die Schweden-Demokraten (SD) und andere „fremdenfeindliche“ Parteien. In einem von vielen ähnlichen Vorfällen prahlten die extremen Linken über das Internet, dass rund 30 Mitglieder der SD im Verlauf einer ruhigen, privaten Partie außerhalb der Stadt Växjö angegriffen wurden. Die tapferen „Antifaschisten“ warfen Tränengas in das Gebäude, so dass die Menschen herauskommen mussten, wo sie mit Eisenstangen und Äxten geschlagen wurden. Offene, aggressive und manchmal gewalttätige Verfolgung von Kritikern der Einwanderungspolitik des Landes gibt es schon jahrlang, während die Behörden im Hinblick auf das Problem weitgehend ein Auge zudrücken. Scheinbar bestärkt durch das Schweigen der Behörden gegenüber politischer Gewalt haben die extremen Linken ihre Angriffe auf Mainstream-Parteien ausgeweitet. Schweden ist Zeuge der größten Gewaltexplosion von Straßengewalt in seiner Geschichte, und alle zwei Stunden wird eine Frau vergewaltigt. Expo, das von den Medien und den großen Parteien gedeckt wird, führt seit Jahren Aktionen gegen die Schweden-Demokraten durch. Daniel Poohl aus der nicht gewählten Organisation Expo stellt fest[12], dass es „nicht undemokratisch“ sei, der SD den Zugang zu politischem Einfluss zu verweigern.

Nach der Meinung von Jonathan Friedman, einem amerikanischen Juden, der jahrelang in Schweden arbeitete,

ist „keine Diskussion über die Einwanderungspolitik möglich, das Thema wird einfach vermieden. Schweden hat eine solch enge Verbindung zwischen den verschiedenen mächtigen Gruppen, wie Politikern, Journalisten, etc. Die politische Klasse ist abgeschlossen, isoliert.“

Die Eliten sind besorgt, dass ihre Macht wegrutscht und wollen daher Kritiker zum Schweigen bringen, wie zum Beispiel die Schweden-Demokraten, eine kleine Partei, die sich gegen die Einwanderung wendet:

„Es ist eine vollkommen legale Partei, aber wird ist ihnen nicht erlaubt zu sprechen. … In Wirklichkeit wurde die Grundlage der Demokratie komplett auf den Kopf gestellt. Es wird gesagt: ‚Die Demokratie ist eine bestimmte Art des Denkens, eine bestimmte Anzahl von Meinungen, und wenn Sie sie nicht teilen, dann sind Sie nicht demokratisch, und dann werden wir Sie verurteilen und Sie sollten ausgesondert werden. Die Menschen? Das ist nicht demokratisch. Wir, die Elite, wir sind die Demokratie’. Es ist grotesk und es hat sicherlich nichts mit Demokratie zu tun, es ist eher eine Art moralischer Diktatur.“

Bruce Bawer schreibt in dem Artikel While Sweden Slept[13]:

„Schwedens Demokraten wurden zu Zielscheiben, die an die Ereignisse der chinesischen Kulturrevolution erinnern. Inszenierte „Menschenproteste“ von den Mitgliedern der „Jugend-Abteilungen“ der anderen Parteien haben dazu geführt, dass Mitglieder der Schweden-Demokraten von ihren Arbeitsplätzen gefeuert werden. Vor ein paar Wochen wurde ein Nachwuchsdiplomat entlassen, als bekannt wurde, dass er ein Mitglied der Partei sei und die Einwanderungspolitik seines Landes kritisiert hatte. Bei mehreren Gelegenheiten haben Schläger, die loyal zu den herrschenden Parteien sind, SD-Sitzungen überfallen und Parteiführer geschlagen.“

[1] http://www.thelocal.se/21606/
[2] http://www.thelocal.se/21600/
[3] http://carlbildt.wordpress.com/2009/…r-och-praktik/
[4] http://blogg.aftonbladet.se/hellekle…raelisk-debatt
[5] http://snaphanen.dk/2005/02/19/karen…ytringsfrihed/
[6] http://www.brusselsjournal.com/node/1965
[7] http://gatesofvienna.blogspot.com/20…ia-part-4.html
[8] http://www.amazon.com/Defeating-Eura…/dp/1409247155
[9] http://www.globalpolitician.com/24545-sweden
[10] http://gatesofvienna.blogspot.com/20…in-sweden.html
[11] http://www.aftonbladet.se/ledare/led…ticle207441.ab
[12] http://expo.se/2008/48_2165.html
[13] http://www.nysun.com/opinion/while-sweden-slept/44831/

Übersetzung: Liz / die-gruene-pest.com

Der Originaltitel: Fjordman At Atlas: Swedish Hypocrisy Regarding Israel and Muslims
Von Fjordman

http://atlasshrugs2000.typepad.com/a…at-atlas-.html

Nun, die oben beschriebenen Entwicklungen sind besorgniserregend. Schweden war schon immer eine andere Art von Demokratie als andere Länder in Europa – sie sind wesentlich sozialistischer geprägt.

Ich teile nicht alle Einschätzungen und bin inzwischen auch zu dem Schluss gelangt, dass es von der israelischen Regierung nicht besonders clever war, die Sache an die große Glocke zu hängen. Diese Art von Auseinandersetzung hatten wir schon öfter – z.B. beim Karikaturenstreit 2005 in Dänemark – und ich mochte es damals auch nicht, wie die Moslems die Geschichte für sich ausgeschlachtet haben. Außerdem war klar, dass Europa – und auch die sonstige Welt – nicht noch einmal und v.a. nicht bei Israel so einknicken würde wie damals bei den Moslems.

Aber die Entwicklungen, die die Demokratie und die Werte Europas unterhöhlen, sind ein schlimmer Anfang, der noch weiter gehen wird und auch vor anderen europäischen Ländern nicht halt machen wird. Und mit den Werten meine ich nicht nur – aber auch – die christlichen Werte, sondern auch die säkularen wie die der Ehrlichkeit, Wahrheit und Demokratie. Sie werden heutzutage auf dem Altar des Mainstreams geopfert. Was En Vogue ist, das wird gemacht, da ist man nicht kleinlich und hält sich nicht mit Korinthenkackerei auf. Und es ist heutzutage En Vogue, auf Israel einzuprügeln und Israel zu isolieren – egal, ob es richtig oder falsch ist.

Quo vadis, Schweden?

Ritualmordlegenden

In einem extrem bösartigen Artikel der schwedischen Tageszeitung Aftonbladet vom Montag berichtet Donald Bostrom, dass Israel palästinensische Jugendliche getötet haben und ihre inneren Organe für Transplantationen entnommen haben sollen, bevor sie die Leichen an die Familien für die Beerdigung zurückgegeben haben. Der Artikel beruft sich auf Zeugenaussagen vor Ort lebender Araber, die behaupteten, dass sehr viele Jungen für diesen Zweck missbraucht wurden. Die „Zeugen“ beschrieben in perversen Details, wie die Soldaten kaltblütig ihre Aufgabe erfüllt haben sollen, während sie Witze machten und Coca-Cola tranken. Laut dem Artikel hätten die Israelis verlangt, dass die Beerdigungen in der Nacht und unter starkem Militärschutz stattfanden.

Bostrom verbindet diese Geschehnisse, die angeblich schon 1992 stattfanden, mit dem neueren Fall in New York, bei dem – mit anderen zusammen – eine jüdischer Rabbi angeklagt ist, in den Organhandel verwickelt zu sein. Das Resümee des Autors ist, dass das israelische Gesundheitsministerium eine sehr liberale Einstellung bzgl. der Nutzung menschlicher Organe für die Transplantation habe.

Israel reagierte mit Ungläubigkeit und Wut auf diesen Artikel. Der stellvertretende Außenminister Danny Ayalon verlangte von der schwedischen Regierung, „diesen gegenstandslosen Artikel“ zu verurteilen. Ayanlon sagte weiter: „Es ist richtig, dies ist eine nicht-staatliche Publikation, wenn auch eine antisemitische, aber ich kann einen Zusammenhang zwischen in der letzten Zeit in Schweden gemachten Aussagen und diesem Artikel sehen. Dies ist eine unverblümte Ritualmordlegende.“ Schwedens Botschafterin in Israel prangerte in der Tat den Artikel an und betonte, dass „die Pressefreiheit und die Redefreiheit Freiheiten sind, die eine bestimmte Verantwortung mit sich bringen.“ Sie wurde jedoch für ihre Kommentare von Politikern in Schweden heftig kritisiert.

Bostroms Artikel trägt all die Merkmale einer klassischen Ritualmordlegende.

  • Er beruht auf Hörensagen;
  • er enthält eine Menge Behauptungen und Verdächtigungen, aber keine klaren Beweise;
  • er schafft Verbindungen zwischen sorgfältig ausgewählten Dingen, die nichts miteinander zu tun haben, um eine Geschichte zu konstruieren; und
  • er schreibt den Juden einen bösartigen, unmenschlichen Charakter zu.
  • So entstanden auch die mittelalterlichen Ritualmordlegenden, die Juden beschuldigten, Kinder von Christen zu töten, um ihr Blut für die Herstellung des Passahbrots zu nutzen.
  • So wurden die Juden in der Verschwörungstheorie des frühen 20. Jahrhunderts – die Protokolle der Weisen von Zion – beschrieben: Das Böse suchende Ausgestoßene, die die Kontrolle der Welt erlangen wollten.
  • So zeichneten die Nazis das Bild der Juden: Untermenschen, aber ein gefährliche und machthungrige Spezies, die die Gesellschaft zu unterminieren versuchte.
  • So werden die Juden in vielen moslemischen Ländern heutzutage beschrieben: ein korruptes, betrügerisches und heimtückisches Volk, Söhne von Affen und Schweinen, deren alleinige Existenz die Moslems und die ganze Welt bedroht. Und
  • traurigerweise gibt es auch Spuren einer solchen grundlegenden Einstellung in vielen westlichen Medien und – noch schlimmer – auch unter vielen Akademikern, Diplomaten und Politikern.

Bostrom sagte in einem Interview des israelischen Radios, dass er nicht wüsste, ob diese Geschichten wahr wären, aber dass „er das glaube“. Er fügte hinzu: „Ich bin bloß der Nachrichtenüberbringer“. …

Es ist bezeichnend, dass diese Geschichte im Kulturteil des Aftonbladets erscheint Der verantwortliche Redakteur dieses Teils ist Åsa Linderborg, ein sehr bekannter Redner mit einer stark linksausgerichteten politischen Einstellung. Viele der schärfsten Attacken aus Europa – und speziell aus Skandinavien – gegen Israel kamen von den Linken. Der Artikel muss natürlich davon unabhängig beurteilt werden, aber wie bereits erwähnt fällt er durch jeden Glaubwürdigkeitstest. Linderborgs Beteiligung bestätigt nur das bereits existierende Phänomen der anti-israelischen und sogar antisemitischen Attacken seitens der intellektuellen Linken.

via Israel Report 21.08.09

Hinzugefügt sei meinerseits: Lange nicht alle Linken sind antisemitisch. Im Gegenteil: Es gibht viele Linke, die Israel sehr positiv, sogar total freundlich gegenüberstehen.

Aber so wie bei den Extrem-Rechten einen antisemitischen Flügel gibt, gibt es auch bei den Linken einige, die dem Antifaschismus und Antiimperialismus anhängen und im Zuge dessen alles ablehnen, was mit Amerika zusammenhängt, und damit auch Israel.

Diese Leute – oft Intellektuelle und Akademiker – sind oft ideologisch so stark vorbelastet – „weil nicht sein kann, was nicht sein darf“ – , dass sie an der Wirklichkeit vorbei Dinge be- und verurteilen. Leider sind diese Leute oft in den Medien und in der Politik zu finden, so dass sie großen Einfluss ausüben.

Es ist bezeichnend, dass diese Geschichte im Kulturteil des Aftonbladets erscheint Der verantwortliche Redakteur dieses Teils ist Åsa Linderborg, ein sehr bekannter Redner mit einer stark linksausgerichteten politischen Einstellung. Viele der schärfsten Attacken aus Europa – und speziell aus Skandinavien – gegen Israel kamen von den Linken. Der Artikel muss natürlich davon unabhängig beurteilt werden, aber wie bereits erwähnt fällt er durch jeden Glaubwürdigkeitstest. Linderborgs Beteiligung bestätigt nur das bereits existierende Phänomen der ani-israelischen und sogar antisemitischen Attacken seitens der intellektuellen Linken.

Schockierendes Beispiel der Dämonisierung Israels

Das israelische Außenministerium hat am Dienstag erbost auf einen Bericht in Schwedens auflagenstärkster Zeitung „Aftonbladet“ reagiert. In dem Artikel werden Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) beschuldigt, Palästinenser entführt zu haben um deren Organe zu stehlen. Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Yigal Palmor, bezeichnete den Bericht als „rassistische Hysterie der schlimmsten Sorte“ und als Rückfall in die Zeiten der mittelalterlichen Ritualmordlegenden.

„Der Artikel ist eine Schande für die freie Meinungsäußerung und alle Schweden sollten diesen Bericht bedingungslos ablehnen“, sagte Palmor. Zweifellos animiere der Bericht zu gewaltsamen Übergriffen gegen Juden.

Die israelische Botschaft in Schweden sandte der schwedischen Regierung am Mittwoch eine deutlich formulierte diplomatische Protestnote.

In dem Bericht der schwedischen Zeitung unter der Überschrift „Sie plündern die Organe unserer Söhne“, der mit einem grausigen Foto illustriert ist, werden Palästinenser zitiert, die behaupten, IDF-Soldaten hätten ihre Söhne entführt und deren Organe gestohlen. Es wird dabei auch eine Verbindung zu der kürzlichen Festnahme von amerikanischen Juden in New Jersey hergestellt. Einem von ihnen wird unter anderem vorgeworfen, an einem illegalen Organhandel beteiligt gewesen zu sein.

Die schwedische Tageszeitung „Sydvenskan“ kommentierte den Bericht der Konkurrenzzeitung:

„Wir haben diese Geschichte schon gehört, so oder ähnlich. Sie folgt dem traditionellen Muster der Verschwörungstheorie. Ein Flüstern im Dunkeln, anonyme Quellen, Gerüchte. Das ist alles, was es braucht. Schließlich wissen wir alle, wie die Juden sind: unmenschlich, verhärtet, zu allem fähig. Nun fehlt nur noch die Verteidigung, die ebenso vorhersehbar ist: Antisemitismus? Nein, nein, nur Kritik an Israel.“

Die schwedische Botschafterin in Israel, Elisabet Borsiin Bonnier, verurteilte den Aftonbladet-Artikel am Mittwoch in einer Presseerklärung:

„Der Artikel ist für uns Schweden genauso schockierend und abstoßend wie für israelische Bürger.“

Der stellvertretende israelische Außenminister Danny Ayalon reagierte ebenfalls entsetzt auf diesen Bericht:

„Das ist reiner Antisemitismus, von dem ich auch die schwedische Regierung nicht freispreche.“

(The Jerusalem Post, Haaretz und Yediot Ahronot, 19.08.2009)

via Newsletter der Botschaft des Staates Israel
Die israelische Haaretz berichtet, hier die Original-Story in Aftonbladet.

Israels Sport: Boykottiert, behindert und ausgeschlossen

Israel – der Jude unter den Staaten, leider auch im Sport. Hier wurde der Sport missbraucht, um politisch zu handeln.

Vortrag von Alex Feuerherdt bei der DIG Berlin und Potsdam am 6. Juli 2009

TENNIS (I): VERWEIGERTE EINREISE

Als sowohl der finanzielle als auch der Imageschaden bereits beträchtlich war und die Zukunft des internationalen Tennisturniers in Dubai außerdem in Frage stand, gaben dessen Organisatoren sowie die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate schließlich nach: Der israelische Tennisprofi Andy Ram erhielt doch noch ein Visum und konnte Ende Februar dieses Jahres bei den Dubai Open an den Start gehen. Seiner Landsfrau Shahar Pe’er war zuvor die Einreise in den Golfstaat verweigert worden. Die offizielle Begründung der Veranstalter vor Ort für diese Entscheidung lautete: „Wir wollen den Sport nicht politisieren, aber wir müssen nach den Vorgängen in der Region sensibel sein.“ Der Gaza-Krieg bewege, so hieß es, „nach wie vor viele Menschen im Nahen Osten“. Deshalb habe Grund zu der Annahme bestanden, dass die Teilnahme der Spielerin aus dem jüdischen Staat die Fans „aufgebracht hätte“. Die Organisatoren sorgten also nicht etwa für den Schutz der Filzballkünstlerin, wie es sich gehört hätte, sondern sperrten sie stattdessen aus – einzig und allein aus dem Grund, dass sie Israelin ist. Man betrachtete Shahar Pe’er ganz selbstverständlich als politische Repräsentantin, ja, als Handlangerin des israelischen Staates und fragte noch nicht einmal danach, wie sie überhaupt zu dessen Politik steht. Damit will ich selbstverständlich kein Plädoyer für eine solche Gesinnungsprüfung halten, sondern vielmehr deutlich machen, welcher Denklogik hinter dem Einreiseverbot stand. Doch zu dieser Art von Logik später mehr.

Die Entscheidung, Shahar Pe’er kein Visum zu gewähren und damit einen Boykott gegen sie zu verhängen, stieß übrigens auf heftige Kritik. Die Weltranglisten-Sechste Venus Williams beispielsweise sagte: „Alle Spielerinnen unterstützen Shahar.“ Larry Scott, der Chef der Profiorganisation der Tennisspielerinnen (WTA), schloss sich an: „Wir haben klare Regeln und eine eindeutige Politik, dass kein gastgebendes Land einem Spieler das Recht verweigern darf, an einem Turnier teilzunehmen, für das er qualifiziert ist“, sagte er. Die internationale Menschenrechtsorganisation Simon-Wiesenthal-Center forderte sogar den Abbruch der Veranstaltung und erklärte: „Wenn man Israelis aussperrt, kann man das Turnier auch gleich Dubai Apartheid Open nennen.“ Die WTA belegte die Organisatoren schließlich mit einer Strafe von 300.000 Dollar – der höchsten Geldbuße, die sie jemals gegen eines ihrer Mitglieder verhängt hat. Darüber hinaus nannte die WTA Bedingungen dafür, dass das Turnier in Dubai auch im kommenden Jahr in den Kalender aufgenommen wird. Die Organisatoren in den Emiraten müssen Pe’er für 2010 eine Wildcard – also eine automatische Startberechtigung – gewähren und sich ver¬pflichten, sämtliche qualifizierten Spielerinnen und Spieler auch tatsächlich zur Veranstaltung zuzulassen. Allen israelischen Tennisprofis muss zudem mindestens acht Wochen vor den Wettkämpfen die Einreise garantiert sein. „Wir werden nicht erlauben, dass sich diese Situation wiederholt – weder in den Vereinigten Arabischen Emiraten noch irgendwo anders auf der Welt“, sagte WTA-Boss Scott.

Zuvor hatten bereits der amerikanische Tennis Channel und die Europa-Ausgabe des Wall Street Journal Konsequenzen gezogen: Der Fernsehsender brach die Übertragung ab, und die Zeitung, ein wichtiger Sponsor des Turniers, zog ihre finanziellen Zusagen zurück. Nicht minder schwer dürfte die Veranstalter der Rückzug des Titelverteidigers bei den Männern, Andy Roddick, getroffen haben. Während es Pe’ers Kolleginnen bei mündlichen Solidaritätsadressen beließen und das Turnier in Dubai zu Ende spielten, sagte Roddick seine Teilnahme an den Wettkämpfen aus Protest ab.

TENNIS (II): „EIN MATCH GEGEN DEN STAAT ISRAEL“

Die Einreiseverweigerung für Shahar Pe’er blieb nicht die einzige antiisraelische Boykottaktivität im Tennis zu Beginn dieses Jahres. Auch das Tennis-Davis-Cup-Spiel zwischen Schweden und Israel in Malmö Anfang März war davon betroffen. Wochenlang hatte ein politisches Bündnis namens Stoppa Matchen (übersetzt: „Stoppt das Match“) alles daran gesetzt, die Begegnung zu verhindern. Zu den Unterstützern von Stoppa Matchen zählten die Anführer der Linkspartei, die Sozialdemokraten, der Sozialdemokratische Frauenbund, die Sozialisten und die Kommunistische Partei. Ein Teil dieser Parteien gehört der linken Mehrheit im Malmöer Stadtrat an.

Und diese linke Mehrheit erklärte, man werde aus Angst vor Ausschreitungen die Davis-Cup-Spiele unter Ausschluss des Publikums durchführen. Das Sicherheitsrisiko sei viel zu groß, denn man könne die Sicherheit der israelischen Spieler nicht garantieren, lautete die scheinheilige Begründung. Ilmar Reepalu, sozialdemokratischer Stadtratsvorsitzender, gab einen Einblick in die eigentlichen Gründe für den Ratsbeschluss: „Meiner Meinung nach sollte man generell überhaupt nicht gegen Israel spielen“, sagte er der Tageszeitung Sydsvenskan und nannte die israelische Intervention in Gaza als Grund. Die Davis-Cup-Partie sei eine „Provokation für die in Malmö lebenden Araber“ und daher „kein gewöhnliches Match“, sondern „ein Match gegen den Staat Israel“.

Das heißt also: Als antiisraelische Demonstranten hätten die linken Stadträte das Tennisspiel am liebsten ganz verhindert, also boykottiert; als linke Stadträte haben die antiisraelischen Demonstranten dann zumindest durchgesetzt, dass die Davis-Cup-Begegnung zwischen den schwedischen und den israelischen Tennisspielern ohne Zuschauer über die Bühne gehen muss. Dabei hatte Håkan Jarborg Eriksson, der für das Match verantwortliche Einsatzleiter der Malmöer Polizei, gar keinen Grund gesehen, das Publikum auszusperren. In einem Interview hatte er deutlich gemacht: „Es hat auch früher schon geklappt, Einlasskontrollen und Kartenvorverkauf sicher zu handhaben, wenn man verhindern wollte, dass es in der Arena zu Unruhen kommt.“

Der schwedische Tennisverband sowie Politiker der konservativen und liberalen Parteien kritisierten das Vorhaben, vor leeren Rängen zu spielen, und die Tiraden gegen Israel als „völlig überzogen“. Die Vorsitzende des schwedischen Sportverbands, Karin Mattsson Weijber, sprach von einem „inakzeptablen Beschluss“. Das von einer konservativen Mehrheit regierte Stockholm erklärte seine grundsätzliche Bereitschaft, das Spiel in der Hauptstadt stattfinden zu lassen, sagte aber schließlich doch wieder ab: Die Vorbereitungszeit sei zu knapp. Der Tennis-Weltverband ITF zog es vor, zu der Angelegenheit zu schweigen.

Dutzende antiisraelische Aktivisten lieferten sich dann am ersten Tag der zweitägigen Davis-Cup-Begegnung Straßenschlachten mit der Polizei beim Versuch, die verschlossene Halle zu stürmen, in der das Spiel stattfand. Die Demonstranten warfen Steine und Feuerwerkskörper auf Polizeiwagen, als sie die Absperrungen durchbrechen wollten, durch die sie von der Halle fern gehalten werden sollten. Hunderte Bereitschaftspolizisten drängten die Menge mit Hilfe von Schlagstöcken zurück. Berichten zufolge gab es keine Verletzten; fünf Personen sind laut Polizeiangaben jedoch festgenommen worden. Die Ausschreitungen brachen im Anschluss an eine Demonstration aus, die im Stadtzentrum von Malmö stattgefunden hatte. 7.000 Menschen hatten sich dort versammelt, um Reden zu hören, in denen Israels Vorgehen im Gazastreifen verurteilt und die Unterstützung der Palästinenser gefordert wurde.

Die Organisatoren hatten eine so genannte friedliche Demonstration angekündigt, doch linksradikale Aktivisten wollten das Tennisspiel unbedingt sprengen. Einige Demonstrationsteilnehmer marschierten schließlich auf die Halle zu und griffen dort die Polizei an. Die Partie zwischen Schweden und Israel begannen dennoch wie geplant vor rund 300 ausgewählten Gästen, die von den beiden Tennisverbänden eingeladen worden waren. Und die israelischen Tennisprofis gaben die Antwort auf die Anfeindungen auf dem Platz: Sie gewannen das Match mit 3:2 und brachten ihre Farben erstmals seit 1987 wieder ins Daviscup-Viertelfinale. Der israelische Tennisspieler Harel Levy bemerkte anschließend trocken: „Womöglich haben die Schweden dieses Spiel verloren, weil ihnen die Unterstützung der Zuschauer fehlte. Die Umstände haben sie stärker beeinträchtigt als uns. Hoffentlich passiert so etwas nicht noch einmal.“

BASKETBALL: KRAWALLE IN ANKARA

Das waren die beiden jüngsten Beispiele für Boykotte respektive Boykottaufrufe gegen israelische Sportler. Einmal ging die Initiative dabei von den Veranstaltern eines Tennisturniers aus, einmal von antiisraelischen Lokalpolitikern und Aktivisten. Zu Beginn dieses Jahres gab es aber noch einen weiteren Vorfall, und der ging auf das Konto des Publikums: Bei einem Europapokalspiel im Basketball zwischen Turk Telekom Ankara und der israelischen Mannschaft Bnei Hasharon im Januar verhinderten randalierende Zuschauer eine Austragung der Partie. Rund 3.000 türkische Anhänger riefen antiisraelische Parolen, bewarfen die israelischen Basketballer mit Feuerzeugen, Schuhen sowie Wasserflaschen und verbrannten israelische Fahnen. Die Sicherheitskräfte konnten nur mit Mühe verhindern, dass der Platz gestürmt wird. Sie räumten schließlich die Halle, vor der es zu weiteren Ausschreitungen kam. Die Spieler von Bnei Hasharon flüchteten unter Polizeischutz in die Kabine. Die Schiedsrichter wollten schließlich vor leeren Rängen die Partie beginnen, doch die Israelis verweigerten sich diesem Ansinnen. Turk Telekom Ankara wurde später zwar mit einer Geldstrafe belegt; das Spiel jedoch wertete der internationale Basketballverband FIBA mit 20:0 gegen den israelischen Klub. Für Bnei Hasharons Vorsitzenden Eldad Akunis war diese Entscheidung ein Skandal: „Nach so einer nervenaufreibenden Tortur konnte man einfach nicht mehr spielen“, sagte er. „Die Spieler hatten Sorgen um ihre Sicherheit.“

ISRAEL IM FUSSBALL: BOYKOTTIERT, BEHINDERT, BENACHTEILIGT

Nicht nur in diesem Fall traf ein Sportverband eine mehr als fragwürdige Entscheidung, mit der israelische Sportler, gegen die sich antiisraelische Ressentiments entluden, auch noch bestraft wurden. Weitere und ältere Beispiele für Sportboykotte gegen Israel und für Benachteiligungen israelischer Sportler und Mannschaften finden sich vor allem im Fußball. Auf einige davon möchte ich nun etwas näher eingehen.

Vorab eine ganz kurze geschichtliche Einführung: Gegründet wurde der israelische Fußballverband, die IFA (Israeli Football Association), kurz nach der Staatwerdung Israels im Jahre 1948. Das erste Länderspiel bestritt das israelische Team am 26. September 1948 vor 40.000 Zuschauern in New York gegen die USA. Es ging mit 1:3 verloren, aber das war angesichts der historischen Bedeutung dieses Ereignisses vollkommen nebensächlich. Schon vor der Staatsgründung gab es einen nationalen Fußballverband, der vor allem von jüdischen Siedlern und der britischen Mandatsmacht etabliert und 1929 in den Weltfußballverband FIFA aufgenommen worden war. Unter der Bezeichnung Palästina nahm er 1934 und 1938 an den Qualifikationsspielen zur Fußball- Weltmeisterschaft teil, jedoch ohne Erfolg: 1934 gingen die beiden Partien gegen Ägypten mit 1:7 und 1:4 verloren; vier Jahre später schied man mit 1:3 und 0:1 gegen Griechenland aus.

Die erste Weltmeisterschaftsqualifikation, für die Israel sich meldete, war die für das Turnier 1950 in Brasilien. Angesichts der Vernichtungsdrohungen der arabischen Staaten hielt der Weltfußballverband FIFA es für ratsam, die Auswahl des jüdischen Staates in der Qualifikation gegen ein europäisches Team antreten zu lassen. Gegen Jugoslawien verlor Israel mit 0:6 und 2:5 und schied aus. Besser sah es da schon vier Jahre später aus: Gegen Griechenland gelangen zunächst zwei Siege, bevor erneut Jugoslawien Endstation war, diesmal jedoch nur mit zwei 0:1-Niederlagen.

1956 trat der israelische Verband der Asiatischen Fußball-Konföderation (AFC) bei, in deren geografischem Einzugsbereich das Land nun einmal liegt. Doch bei der Qualifikation zum Asien-Cup, der im gleichen Jahr stattfand, wollten Afghanistan und Pakistan nicht gegen Israel antreten, denn sie erkannten den jüdischen Staat nicht an. Dadurch kam die israelische Auswahl kampflos in die Endrunde, in der sie gegen Südkorea, Hongkong und Südvietnam spielte und das Turnier als Zweitplatzierte beschloss.

Als Nächstes stand die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1958 an. Und nun begann ein nachgerade absurdes Theater. Denn im Laufe des Jahres 1956 verschärfte sich der Konflikt zwischen Ägypten und Israel, das sich zunehmend Angriffen durch die terroristischen Fedayin von ägyptischem Territorium und vom ägyptisch besetzten Gazastreifen aus erwehren musste. Ägypten bildete ein Bündnis mit Jordanien und Syrien, blockierte den Golf von Akaba und sperrte den Suezkanal für israelische Schiffe; es verletzte somit internationales Recht. Israel setzte sich zur Wehr und besetzte den Gazastreifen und die Sinai-Halbinsel.

Das hatte Auswirkungen auch auf den Fußball, denn die islamischen Staaten weigerten sich, Spiele gegen Israel auszutragen. Zunächst sollte Israel in der Vorrunde gegen die – islamische – Türkei antreten, doch die dachte gar nicht daran aufzulaufen. In der Zwischenrunde sollte Israel gegen – das islamische – Indonesien spielen, doch auch Indonesien trat nicht an. Schließlich sollte Israel im Finale der Ausscheidungsspiele gegen den – islamischen – Sudan ran, doch auch dieser boykottierte das Match. Von den drei vorgesehenen Spielen fand also keines statt. Damit wäre Israel eigentlich kampflos für die WM qualifiziert gewesen.

Doch dagegen hatte die FIFA etwas: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, loste sie kurzerhand aus allen europäischen Gruppenzweiten ein Land aus und ließ dieses gegen Israel um den letzten freien Platz beim WM-Turnier in Schweden antreten. Gegen Wales verlor Israel das Hin- und das Rückspiel jeweils mit 0:2 und war damit ausgeschieden. Die Boykottbewegung hatte dank der FIFA also doch noch ihr unsportliches Ziel erreicht, ohne dass ihr weitergehende Sanktionen gedroht hätten.

Anschließend begann eine regelrechte Odyssee für die israelische Fußballauswahl. An den Asienmeisterschaften nahm sie zwar noch bis 1972 teil, doch auch dabei war sie immer wieder mit Boykotten konfrontiert: Zu den Spielen 1962 in Indonesien beispielsweise wurde sie gar nicht erst eingeladen, und 1972 erklärte sich lediglich Südkorea bereit, in der Qualifikation gegen sie anzutreten. Israel verzichtete letztlich, zumal die arabischen Staaten angekündigt hatten, im Falle einer Qualifikation der israelischen Auswahl die Endrunde zu boykottieren. Die Asiatische Fußball-Konföderation handelte – und schloss Israel 1974 aus ihrem Verband aus. Eine Aufnahme in den europäischen Fußballverband UEFA lehnten jedoch die Staaten des Ostblocks ab. Von der FIFA war zu all dem erneut kein Wort zu hören.

Bei der WM-Qualifikation wiederum wurde die israelische Mannschaft bald von Kontinentalverband zu Kontinentalverband gereicht: Die Ausscheidungsspiele für die Turniere 1962 und 1966 bestritt Israel in der Europagruppe, die für die Wettkämpfe 1970 in der Ozeaniengruppe und die für die Endrunden 1974 und 1978 wieder in der Asiengruppe. Und so ging es munter weiter: 1982 Europa, 1986 Asien, 1990 Ozeanien. An der Qualifikation zu kontinentalen Meisterschaften – also zur Asien- oder Europameisterschaft – nahm Israel zwischen 1974 und 1994 überhaupt nicht mehr teil, weil es keinem Verband fest angehörte. Israels Klubmannschaften durften immerhin seit 1992 bei den europäischen Wettbewerben mitmachen. 1994 erfolgte dann endlich die offizielle Eingliederung in die UEFA.

Ein derartiges Hin und Her ist in der Geschichte des Weltfußballs einzigartig; kein anderer Fußballverband musste je solche permanenten Versetzungen über sich ergehen lassen. Drakonische, das heißt über Punktabzüge hinausgehende Maßnahmen gegen jene Mitgliedsverbände, die Wettbewerbsspiele gegen Israel verweigerten, mochte die FIFA nicht ergreifen. Unter Berufung auf ihre angeblich unpolitische Rolle – dazu später mehr – hielt sie sich stets heraus. Die israelischen Fußballer und die Verantwortlichen ihres Verbands begegneten dem mit einem gewissen Pragmatismus. Denn sie wollten ihre Qualifikationsspiele gerne austragen, statt darauf zu bestehen, die Punkte kampflos zugesprochen zu bekommen. Dafür flogen sie sogar bis nach Australien und Neuseeland. Angesichts dieser ausgesprochen ungünstigen Voraussetzungen ist es eine echte sportliche Sensation, was Israel 1968 bei den Olympischen Spielen und zwei Jahre später bei seiner ersten und bisher einzigen Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft, der in Mexiko nämlich, erreichte.

Die Qualifikation für Olympia 1968 war für das israelische Team dabei noch eine vergleichsweise leichte Angelegenheit. Denn die zugelosten Gegner Burma, Iran und Indien boykottierten den jüdischen Staat. Daher genügten zwei Siege über Ceylon mit 7:0 und 4:0, um das Ticket nach Mexiko-Stadt zu lösen. Dort erreichte die Mannschaft das Viertelfinale und kam nur deshalb nicht noch weiter, weil nach einem Unentschieden gegen Bulgarien das Los über das Weiterkommen entscheiden musste und Israel diese Lotterie verlor. Bei der WM 1970 wiederum schied das Team nach zwei Unentschieden gegen Schweden (1:1) und den späteren Vizeweltmeister Italien (0:0) bei einer 0:2-Niederlage gegen Uruguay nach der Vorrunde aus. Das Tor von Mordechai Spiegler gegen Schweden blieb der bislang einzige WM-Treffer Israels.

Der erfolgreichste israelische WM-Teilnehmer ist freilich ein Schiedsrichter, nämlich Avraham Klein, der bei den Turnieren 1970, 1978 und 1982 eingesetzt wurde. 1978 leitete er das Spiel um den dritten Platz. Klein war eigentlich sogar als Referee für das Finale zwischen Gastgeber Argentinien und den Niederlanden im Gespräch, nachdem er die Partie Argentinien gegen Italien souverän geleitet hatte. Doch die Argentinier fühlten sich trotz ihres Weiterkommens benachteiligt und lehnten Klein ab. Hinzu kam, dass die herrschende Militärjunta, die Juden alles andere als freundlich gesinnt war, Anstoß daran nahm, dass Klein vor dem Spiel Argentiniens gegen Italien die Jüdische Gemeinde des Landes besucht hatte. Ihm wurde von argentinischer Seite aber auch deshalb Voreingenommenheit unterstellt, weil der Endspielgegner Niederlande hieß. Als „Kriegswaise“ hatte Klein ein Jahr lang im niederländischen Apeldoorn verbracht. Und mit Ruud Krol trug ein Mann die Kapitänsbinde der Oranjes, dessen Vater in den Jahren der deutschen Besatzung Juden das Leben gerettet hatte. Die FIFA folgte dem argentinischen Wunsch, Avraham Klein nicht das Endspiel pfeifen zu lassen, obwohl sie sonst stets betont, sich von niemandem in die Einteilung der Unparteiischen hineinreden zu lassen.

Und damit zu einer kleinen Exkursion, deren Ziel eben diese FIFA ist. Denn es lohnt sich, einen Blick auf die politische, um nicht zu sagen Kriminalgeschichte dieses sich unpolitisch wähnenden Verbands zu werfen, hinter dessen vorgeblicher Äquidistanz sich oft genug die offene Kollaboration mit den übelsten Diktaturen verbarg und verbirgt. Eine Ausnahme bildet hier lediglich der Umgang des Weltverbands mit seinem Mitgliedsland Südafrika während der Apartheid: Der Suspendierung 1964 ließ die FIFA zwölf Jahre später den vollständigen Ausschluss des südafrikanischen Verbands folgen. Dessen Wiedereingliederung wurde im Juli 1992 vollzogen.

Doch das blieb, wie gesagt, die rühmliche Ausnahme. Von der Willkür der FIFA gegenüber Israel in Bezug auf die Qualifikation zur WM 1958 war ja bereits die Rede. Ein weiterer markanter Beleg für die Gesinnung, die bei dieser mächtigen Organisation herrscht, findet sich im Jahr 1974. Für die damalige Endrunde, die erstmals in der Bundesrepublik Deutschland stattfand, hatte sich auch das Chile des Diktators Augusto Pinochet qualifiziert. Im Land wurden Abertausende von Menschen gefangen gehalten, gefoltert und ermordet, nicht zuletzt in großen Fußballstadien. Die FIFA sah jedoch keine Veranlassung, Chile von der Qualifikation auszuschließen. Stattdessen kam es beim entscheidenden Playoff-Spiel der Chilenen zu einer der absurdesten Begegnungen, die sich jemals beim Fußball zugetragen haben. Denn Chiles Gegner war die Sowjetunion, und die weigerte sich nach einem 0:0 im Hinspiel, im Nationalstadion von Santiago aufzulaufen, wo kurz zuvor noch Pinochets Schlächter ihrem Handwerk nachgegangen waren. Die FIFA hatte vor dem Match eine Delegation nach Chile entsandt, deren Bericht eindrucksvoll dokumentiert, wes Geistes Kind man in diesem Laden ist:

„Der Rasen befand sich in einem herrlichen Zustand, und alle Gefangenen befanden sich noch in den Umkleidekabinen“, hieß es dort unter anderem.

Da der Weltfußballverband das Stadion also für tauglich befunden hatte, wurde am 21. November 1973 das Spiel vom österreichischen Schiedsrichter Linemayr angepfiffen – allerdings ohne das sowjetische Team. Auf dem Platz standen elf chilenische Spieler, auf den Rängen befanden sich ein paar bestellte Anhänger des Regimes. Die Hausherren schoben den Ball ein paar Mal hin und her und dann ins gegnerische Tor. Da niemand da war, um den folgenden Anstoß durchzuführen, brach der Referee das Spiel ab. Später wertete es die FIFA mit 2:0, schickte Chile zur WM und bestrafte so die Sowjetunion für ihren politischen Ungehorsam.

Zwei Jahre nach der WM in Westdeutschland putschte sich in Argentinien – dem Land des nächsten Gastgebers – die faschistische Militärjunta des Generals Videla an die Macht. Erneut unternahm die FIFA nichts; die WM-Spiele fanden in Stadien statt, in denen zuvor, wie schon in Chile, Menschen eingepfercht, gefoltert und hingerichtet worden waren. Diktator Videla versuchte, die Weltmeisterschaft als Bühne zu benutzen. In den Niederlanden und Frankreich wurde ein Boykott des Turniers diskutiert, doch die FIFA dachte gar nicht daran, Argentinien die Wettkämpfe zu entziehen.

Sie schritt auch nicht ein, als Saddam Husseins Sohn Uday im Jahre 1997 irakische Fußballer foltern ließ, weil die sich nicht für die WM in Frankreich qualifiziert hatten, und drei Jahre später noch einmal, als das Team bei den Asienmeisterschaften nicht über das Viertelfinale hinausgekommen war. Sie blieb passiv, als die Taliban UN-finanzierte Fußballplätze zur Folter und Ermordung hunderter Menschen missbrauchten – teilweise in den Pausen von Fußballspielen –, während sie von den Tribünen mit dem Ruf „Gott ist groß!“ angefeuert wurden. Die FIFA konnte sich auch nicht vorstellen, den Iran von der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland zu disqualifizieren. Und das, obwohl dessen Präsident Mahmud Ahmadinedjad – der lange Zeit überlegt hatte, der iranischen Mannschaft nach Deutschland zu folgen – mehrfach unverhohlen mit der Vernichtung Israels gedroht hatte. Doch den FIFA-Präsidenten Joseph Blatter focht das nicht an. Ein Ausschluss des Iran sei für ihn „undenkbar“, sagte er. Denn:

„Wir würden nie auf Grund irgendwelcher politischer Aussagen einen Verband ausladen. Wir sind in politischen und religiösen Fragen absolut neutral.“

Wie neutral, zeigte sich einmal mehr im April 2006. Da schickte der Weltverband dem israelischen Botschafter in der Schweiz, wo die FIFA ihren Sitz hat, eine an die israelische Regierung gerichtete Beschwerde. Der Grund: Die israelische Armee hatte ein Fußballstadion im Gazastreifen unter Beschuss genommen. Die FIFA teilte dem israelischen Diplomaten mit, sie erwäge „Maßnahmen wegen des Luftschlags“. Dabei kam der israelische Angriff auf das leere Stadion durchaus nicht grundlos. Er war zum einen eine Antwort auf Angriffe der Hamas mit Kassam-Raketen am Tag zuvor, bei denen unter anderem eine Rakete auf einem Fußballplatz eines Kibbuz’ nahe Ashkelon gelandet war. Zum anderen diente das Stadion in Gaza als Trainings- und Ausbildungslager für den Islamischen Djihad und die Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden sowie als Raketenabschussrampe.

Das alles interessierte die FIFA jedoch nicht, und so schrieb ihr Vertreter „für besondere Aufgaben“ mit dem klangvollen Namen Jérôme Champagne den besagten Brief an den israelischen Botschafter und bat ihn darum, „zu erläutern, warum das Stadion beschossen wurde, bevor die FIFA darüber entscheiden konnte, welche Maßnahmen, wenn überhaupt, zu ergreifen sind“. Ein Fußballstadion zu beschießen, sei jedenfalls „absolut kontraproduktiv für den Frieden, denn heute ist Fußball das einzige universelle Werkzeug, das Gräben überbrücken kann“. Und einmal in Fahrt, wurde Champagne gegenüber den Medien noch deutlicher. Die israelischen Grenzübergänge hätten es den Palästinensern seit 2000 verunmöglicht, ihre eigene Liga aufzubauen, sagte er, und: „Der Gazastreifen ist seit 1967 besetzt. Frankreich wurde von Deutschland drei Mal in den letzten hundert Jahren besetzt. Meinen Sie, wir hätten nach sechs Monaten einfach Frieden schließen können? Kein Teil von Israel ist von Palästinensern besetzt. Es ist falsch, ein Volk zu besetzen.“ Also bezahlte die FIFA die Instandsetzung des Stadions im Gazastreifen, während sie sich um den von einer Kassam-Rakete demolierten Fußballplatz in dem erwähnten Kibbuz nicht weiter scherte. So kann man eine Gleichsetzung Israels mit Nazideutschland auch zum Ausdruck bringen und einmal mehr demonstrieren, was man unter „absoluter Neutralität“ versteht: in diesem Fall eine tiefe Zuneigung zu den Feinden des jüdischen Staates.

Und dabei schafft die FIFA noch weitergehende Fakten. Denn sie orientiert sich nicht zwangsläufig an bestehenden politischen Grenzen, sondern zieht ihre eigenen. Daher gehören dem Weltverband auch Mitglieder an, die keinem international anerkannten Staatswesen zuzurechnen sind. Eines davon ist die Palestinian Football Federation (PFF), 1964 gegründet und 1998 aufgenommen. Seit neun Jahren darf Palästina also offiziell Länderspiele austragen und an der Qualifikation zu internationalen Turnieren wie der Weltmeisterschaft teilnehmen. Darüber hinaus erfreuen sich die palästinensischen Kicker einer besonderen finanziellen und logistischen Förderung durch die FIFA, etwa in Form des Goal-Projekts, mit dem, so heißt es, die fußballerische Infrastruktur verbessert werden soll.

Dagegen wäre gewiss nichts einzuwenden, würden die Sportplätze nicht regelmäßig auch den bereits geschilderten anderen Zwecken dienen, und würden Fußballspiele in den palästinensischen Gebieten nicht immer wieder in antisemitische Manifestationen verwandelt. So wurde beispielsweise 2003 ein Amateurturnier nach einem Selbstmordattentäter benannt, der im März des Vorjahres in Netanya 31 Menschen bei einer Pessach-Feier getötet hatte. Dessen Bruder kam anschließend die Ehre zu, dem Sieger dieses Märtyrerturniers den Pokal überreichen zu dürfen. Und im Herbst 2007 fand in einer Schule in Tulkarem in der Westbank neuerlich ein Fußballturnier statt, das den Namen eines mörderischen Judenhassers trug: Ziyad Da’as, ein städtischer Kommandeur der Tanzim-Milizen innerhalb der Fatah, war für die Planung eines Attentats verantwortlich, bei dem im Januar 2002 während einer Bat-Mitzvah-Feier in Hadera sechs Menschen ermordet und 30 verletzt wurden, und er stand zudem hinter der Entführung und Ermordung zweier Israelis in Tulkarem im gleichen Monat. Im August 2002 töteten ihn schließlich israelische Soldaten. Grund genug für die Schulleitung in Tulkarem, an ihn mit einem Wettbewerb zu erinnern, und Anlass für eine Zeitung der Palästinensischen Autonomiebehörde, Ziyad Da’as als „einen der mutigen Menschen des palästinensischen Widerstands“ zu rühmen, den die israelischen Besatzungstruppen „kaltblütig ermordet“ hätten: „Am Ende des Turniers“, schrieb das Blatt, „bezeugten die Zuschauer, dass der Wettkampf geeignet war, des mutigen Märtyrers Ziyad Da’as, die Gnade Allahs sei mit ihm, zu gedenken, und dass alljährlich ein Turnier an seinem Todestag stattfinden soll“. Die Ausscheidung des Jahres 2007 gewann übrigens eine Mannschaft, die sich nach den „Märtyrern“ des südlichen Viertels von Tulkarem benannt hatte. Ob es das ist, was sich die FIFA unter einer „Verbesserung der fußballerischen Infrastruktur“ vorgestellt hat?

In vielerlei Hinsicht ähnelt die Politik des Weltfußballverbands also der Politik der Vereinten Nationen, von denen Israel ebenfalls nichts als regelmäßige Benachteiligungen zu erwarten hat, während seine Feinde stets ungeschoren davonkommen und sich nicht selten besonderer Zuneigung erfreuen. Und dann gibt es da ja noch den gar nicht so kleinen Bruder der FIFA, den europäischen Fußballverband UEFA. Seit 1994 ist Israel, wie bereits gesagt, dessen festes Mitglied. Doch von einer Liebesbeziehung kann wahrlich keine Rede sein, denn auch die UEFA wirft den israelischen Fußballern allenthalben Knüppel zwischen die Beine und beschert den israelischen Klubs wie auch der Nationalmannschaft immer wieder handfeste Wettbewerbsnachteile. Als beispielsweise die Zweite Intifada ab dem Jahr 2000 ihren antisemitischen Terror ausagierte, mussten israelische Teams auf Geheiß des europäischen Verbands ihre Heimspiele in den internationalen Wettbewerben auf Zypern austragen, weil es den anreisenden Klubs angeblich nicht zuzumuten war, in Israel zu kicken. Erst nach dem Bau des Sicherheitszauns und dem Rückgang der Selbstmordattentate genehmigte die UEFA im April 2004 wieder die Austragung von Partien im Land.

Einer der ersten Klubs, die in den Genuss solcher echten Heimspiele kamen, war in der Saison 2004/05 Maccabi Tel Aviv. Maccabi hatte sich für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert und traf dort unter anderem auf den deutschen Meister FC Bayern München. Das Hinspiel in Tel Aviv hatte die UEFA jedoch auf den jüdischen Neujahrstag Rosh Hashanah gelegt. Dieses Fest ist neben dem zehn Tage später gefeierten Yom Kippur bekanntlich einer der höchsten jüdischen Feiertage, an dem die religiösen Familien die Synagoge zu besuchen pflegen. Maccabi bat daher um eine Vorverlegung der Partie um einen Tag und hatte dafür bereits die Zustimmung des FC Bayern sowie des Fernsehens eingeholt. Somit waren eigentlich alle Hindernisse aus dem Weg geräumt. Doch die Funktionäre der UEFA sperrten sich.

„Wir können es nicht akzeptieren, wenn jeder anfängt, nationale, religiöse oder politische Feiertage als Argument für eine Verlegung zu benutzen“,

sagte der Mediendirektor der UEFA, William Gaillard. Bei den Bitten anderer Nationalverbände oder Klubs war man zuvor deutlich entgegenkommender gewesen, zumal dann, wenn alle Beteiligten mit der Verlegung eines Spiels einverstanden waren. Doch nun stellte man auf stur. Selbst ein Amtshilfeersuchen des israelischen Außenministers Silvan Shalom an seinen deutschen Kollegen Joschka Fischer und ein Appell des Zentralrats der Juden in Deutschland an die UEFA halfen nichts. Das Spiel wurde nicht verschoben und fand schließlich vor halbleeren Rängen statt.

Während des Libanonkrieges im Sommer 2006 und noch längere Zeit danach wurden israelische Klubs dann erneut für den Terror bestraft, der den jüdischen Staat heimsuchte. Hapoel Tel Aviv, Bnei Yehuda Tel Aviv und Beitar Jerusalem mussten ihre Heimspiele in der Qualifikation für den UEFA-Pokal jenseits der Landesgrenzen austragen, ebenso Maccabi Haifa seine Playoffs zur Champions League. „Durch den Krieg mit der Hizbollah im Süden des Libanon ist die Sicherheit der Sportler in Israel nicht ausreichend gewährleistet“, behauptete die UEFA. Iche Menachem, Präsident des Israelischen Fußballverbands, war fassungslos: „Wir werden diese Entscheidung nicht unwidersprochen akzeptieren. Ich fordere die UEFA-Offiziellen auf, ihre Entscheidung hier im Land zu treffen und nicht in ihren Büros in der Schweiz.“ Wenn Popgruppen wie Depeche Mode in Israel spielen könnten, sei das auch Fußballvereinen zuzumuten. Man erwog zeitweilig sogar eine Klage vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS.

Anfang September 2006 traf die Heimspielsperre dann auch das israelische Nationalteam. Sein erstes Spiel in der Qualifikation zur Europameisterschaft gegen Andorra musste es im niederländischen Nijmegen bestreiten – und das auch noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dabei hatte die UEFA kurz zuvor noch angekündigt, dass dieses Match in Tel Aviv stattfinden könne, wenn sich der Waffenstillstand als stabil erweise. Das war zwar der Fall, doch die UEFA wollte von ihrem Versprechen plötzlich nichts mehr wissen. Das brachte Israels Sportminister Ophir Pines-Paz auf die Palme: „Man muss begreifen, dass wir über zwei antisemitische schwedische Funktionäre sprechen. Diese beiden Schweden, die gegen uns arbeiten, sind diejenigen, die die Entscheidungen treffen. Und sie hassen uns.“ Dieser Zornesausbruch, der sich gegen den damaligen UEFA-Präsidenten Lennart Johansson und dessen Generaldirektor Lars-Christer Olsson richtete, war ohne Zweifel nachvollziehbar. Denn die vorgeblichen Sicherheitsbedenken muteten mehr als fragwürdig an. Würde die UEFA in allen Fällen mit gleichem Maß messen, hätte sie zumindest auch die Heimspiele spanischer und englischer Teams nach den Terrorangriffen von Madrid und London oder die Partien türkischer Mannschaften nach dem Anschlag in Antalya im August 2006 verlegen müssen. Doch nichts dergleichen geschah, und daher müssen sich die Verantwortlichen des Verbands den Vorwurf gefallen lassen, eine explizit politische Entscheidung getroffen zu haben.

Eigenartig auch, dass die UEFA den israelischen Erstligaklub Hapoel Tel Aviv im September 2007 zu einer Geldstrafe von 30.000 Euro verurteilte, weil dessen Anhänger während des UEFA-Pokal-Qualifikationsspiels beim Verein NK Siroki Brijeg randaliert hatten – nachdem Fans des bosnischen Vereins die israelische Supporter unter anderem mit Naziparolen und dem Hitlergruß provoziert hatten. Das kostete Brijeg jedoch nur 3.000 Euro. Überhaupt keine Strafe musste gar der französische Klub Paris St. Germain zahlen, obwohl ein Teil der Zuschauer beim UEFA-Pokal-Spiel gegen Hapoel Tel Aviv im November letzten Jahres antisemitische Parolen gegrölt hatten. Nach der Partie kam es überdies zu einer regelrechten Hetzjagd auf Hapoel-Anhänger durch Paris, bei der schließlich einer der Angreifer von einem Polizisten erschossen wurde.

All diese Beispiele zeigen, dass de FIFA und der europäische Verband UEFA in ihrem Umgang mit der Israeli Football Association auf der Ebene des Fußballs ganz ähnlich vorgehen wie die Vereinten Nationen mit dem jüdischen Staat auf politischer Ebene: Sie legen an Israel regelmäßig andere Maßstäbe an als an ihre übrigen Mitglieder, sie treffen immer wieder Entscheidungen zum Nachteil Israels, und sie unterlassen Konsequenzen gegenüber jenen, die aus ihrer prinzipiellen Ablehnung Israels keinen Hehl machen, um es zurückhaltend zu formulieren. Man könnte sie deshalb als eine Art Fußball-UNO bezeichnen, zumal ihr Vorgehen Auswirkungen weit über den Sport hinaus hat und gesellschaftliche Relevanz besitzt.

Dazu passen auch die regelmäßigen Boykotte iranischer Spieler, wenn sie mit ihrem jeweiligen Klub gegen eine israelische Mannschaft antreten sollen. Im Herbst 2004 beispielsweise spielte der deutsche Rekordmeister Bayern München, wie bereits erwähnt, in der Champions League gegen Maccabi Tel Aviv. Dabei fehlte sowohl im Hin- als auch im Rückspiel der inzwischen für Hannover 96 kickende iranische Nationalspieler Vahid Hashemian. Die offizielle Begründung lautete, der Angreifer sei verletzt. Dass das nur vorgeschoben war, lag gleichwohl nahe. Denn der iranische Verband hatte Hashemian mit Konsequenzen gedroht, sollte er mit den Münchnern gegen Maccabi spielen.

Und Anfang Oktober 2007 gab es eine Menge Wirbel um den deutschen U 21-Nationalspieler Ashkan Dejagah vom VfL Wolfsburg. Denn der weigerte sich, mit zum Europameisterschafts-Qualifikationsspiel der DFB-Auswahl in Israel zu reisen. Die Spekulationen über seine Motive heizte Dejagah dabei selbst an.

„Das hat politische Gründe. Jeder weiß, dass ich Deutsch-Iraner bin“

, wurde er in verschiedenen Zeitungen zitiert. Weiter sagte er: „Ich habe mehr iranisches als deutsches Blut in meinen Adern. Außerdem tue ich es aus Respekt, schließlich sind meine Eltern Iraner.“ Von einer Furcht vor möglichen Nachteilen für seine Verwandten im Iran oder davor, dass ihm selbst künftig die Einreise in den islamischen Staat verweigert werden könnte, war erst die Rede, als die Proteste gegen Dejagah und gegen die äußerst nachsichtige Haltung des DFB zunahmen und sich zudem herausstellte, dass Dejagah doch nicht mehr, wie ursprünglich angenommen, für die A-Nationalmannschaft des Iran spielberechtigt ist.

Dass sich sowohl die UEFA als auch die FIFA aus solchen Fällen heraushalten, ist angesichts der geschilderten Benachteiligungen Israels einerseits sicher nicht verwunderlich. Andererseits handelt insbesondere der Weltfußballverband mit seinem beharrlichen Schweigen letztlich gegen seine eigenen Grundsätze. Denn die FIFA verbittet sich normalerweise jegliche Einmischung der Politik in den Fußball und schließt bei einer Zuwiderhandlung auch schon mal ein Mitgliedsland vorübergehend aus. Doch sie hat bis heute nie darauf reagiert, dass das Mullah-Regime iranischen Fußballern Wettkämpfe gegen israelische Teams strikt untersagt und ihnen mit massiven Sanktionen nicht nur sportlicher Art droht, wenn sie sich diesem Verbot widersetzen.

OLYMPISCHE BOYKOTTE GEGEN ISRAEL

Boykotte gegen israelische Athleten hat es aber nicht nur im Fußball, sondern auch in weiteren Sportarten gegeben. Zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit möchte ich dabei nennen, und an beiden war wiederum der Iran beteiligt. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen weigerte sich der hoch favorisierte iranische Judo-Weltmeister Arash Miresmaeili, gegen den Israeli Ehud Vaks anzutreten. Vaks kam kampflos eine Runde weiter, während Miresmaeili von der politischen Führung seines Landes gefeiert wurde: „Der Name von Arash Miresmaeili wird in die iranische Geschichte eingehen als ein Quelle des Stolzes für das Land“, lobte ihn der damalige Staatspräsident Mohammad Khatami. Weiter sagte er: „Das großartige Handeln und die Selbstaufopferung unseres Champions, der auf eine sichere Olympiamedaille aus Protest gegen Massaker, Terror und Besetzung verzichtet hat, ist eine nationale Ruhmestat.“ Auch der seinerzeitige Sprecher des iranischen Parlaments, Gholam-Ali Haddad-Adel, gratulierte dem Verweigerer für seine „tapfere Entscheidung“. Vize-Sportchef Ali Kafashian schlug vor, Miresmaeili mit einem speziellen Preis zu ehren. Der Judoka erhielt vom Nationalen Olympischen Komitee des Iran schließlich eine Prämie von 5.000 Dollar.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sperrte den Sportler; der Judo-Weltverband IJF verhängte jedoch keine Strafe gegen ihn oder seinen Verband. Offiziell war Miresmaeili wegen Übergewichts nicht zum Kampf zugelassen worden. Und eine Anhörung vor der IJF-Untersuchungskommission soll ergeben haben, dass Miresmaeili nie die Absicht zum Boykott des Wettbewerbs hatte. Das mutet sehr eigenartig an; schließlich hatte Miresmaeili, der Fahnenträger seines Landes bei Olympia in Athen, schon Tage vor dem Kampf angekündigt, gegen keinen Athleten aus Israel anzutreten. Mit seinem Boykott wolle er gegen die israelische Haltung im Nahostkonflikt protestieren.

Auch bei den letzten Olympischen Spielen 2008 in Peking gab es einen antiisraelischen Boykott: Der iranische Schwimmer Mohammad Alirezaei erschien nicht zu einem Vorlauf in der Disziplin 100 Meter Brust, weil mit Tom Beeri auch ein israelischer Schwimmer im Becken war. Zunächst hatte das Nationale Olympische Komitee des Iran den Start von Alirezaei erlaubt, weil dieser auf Bahn eins und der Israeli auf Bahn sieben eingeteilt waren und es sich damit nicht um ein direktes Duell gehandelt hätte. Am Ende blieb Alirezaei Platz aber doch frei. Iranischen Angaben zufolge war der Sportler erkrankt. Das IOC glaubte dieser Begründung und sprach keine Sanktionen aus.

FAZIT

Man sieht an all diesen Beispielen, dass die gegen Israel gerichteten Boykotte und die Benachteiligungen israelischer Sportler und Sportverbände eine beträchtliche Dimension haben. Vor allem die Verbände aus arabisch-islamischen Ländern weigern sich regelmäßig, ihre Sportler gegen israelische Athleten antreten zu lassen. Oft nehmen dabei die jeweiligen Regierungen beziehungsweise Regimes – wie jenes im Iran – direkten Einfluss auf die Entscheidungen der Sportverbände und sorgen so für eine unmittelbare Verquickung von Sport und Politik. Die Nichtanerkennung Israels auf politischer Ebene führt dann auf sportlicher Ebene dazu, Wettkämpfe gegen Athleten und Mannschaften aus dem jüdischen Staat zu boykottieren oder gegen sie, wie im eingangs erwähnten Fall der Tennisspielerin Shahar Pe’er, auch schon mal ein Einreiseverbot zu verhängen. Doch wie die Geschehnisse rund um das Davis-Cup-Spiel im schwedischen Malmö und das Verhalten des deutschen Fußballspielers Ashkan Dejagah gezeigt haben, beschränken sich antiisraelische Boykottaktivitäten im Sport nicht auf den arabisch-islamischen Raum.

Und diese antiisraelischen Aktivitäten sind, um es deutlich zu sagen, antisemitisch motiviert. Denn Israel kann tun und lassen, was es will – stets wird es nicht nur in seinen Nachbarstaaten für alles Unheil im Nahen Osten verantwortlich gemacht, sondern auch in unseren Breitengraden: Als sich beispielsweise die israelische Armee und jüdisch-israelische Siedler noch im Gazastreifen aufhielten, galten sie als Besatzer. Als sie sich 2005 zurückzogen, intensivierten palästinensische Terrorgruppen zum Dank ihren Raketenbeschuss, woraufhin Israel die Grenzkontrollen verschärfte – und sich fortan dem Vorwurf ausgesetzt sah, „das größte Gefängnis der Welt“ errichtet zu haben. Lässt der jüdische Staat den Raketenhagel über sich ergehen, wird er in der arabisch-muslimischen Welt als Schwächling verhöhnt. Reagiert er aber mit Sanktionen oder Gegenschlägen, dann handelt er „unverhältnismäßig“ oder „alttestamentarisch“, befördert die „Gewaltspirale“ oder begeht gar ein „Massaker“. Kurzum: Gleich, was Israel unternimmt, seine Gegner und Feinde sehen darin immer nur weitere Belege für seine abgrundtiefe Bösartigkeit. Dieses Denkmuster ist altvertraut und wohlbekannt; es ist ein judenfeindliches. Der Wiener Politikwissenschaftler Stephan Grigat urteilte denn auch in einem Beitrag für das Internetportal haGalil, Israel fungiere „als eine Art Jude unter den Staaten“. Der gegen Israel gerichtete Antizionismus sei eine „geopolitische Reproduktion des Antisemitismus, der das klassische Bild des geldgeilen, vergeistigten und wehrunfähigen jüdischen Luftmenschen durch jenes des alles niedertrampelnden, auf territoriale Expansion und völkische Homogenität setzenden Israeli ergänzt“. Und zu diesem antisemitischen Denkmuster gehört es dann auch, israelische Sportler gewissermaßen als Soldaten zu betrachten, die den Krieg im Sport sozusagen mit anderen Mitteln fortsetzen und die man jedenfalls boykottieren muss, weil sie Israelis sind, egal, was sie tun und denken.

Dachverbände wie die FIFA und die UEFA wiederum sind oft genug eher Teil des Problems als Teil der Lösung. Ihre offiziell bekundete Neutralität in politischen Dingen – das sollten die verschiedenen Beispiele deutlich gemacht haben – ist erstens keine, denn oft genug haben sie israelische Athleten benachteiligt, wenn diese mit Boykotten konfrontiert wurden, oder sie haben mit zweierlei Maß gemessen. Zweitens ist eine solche scheinbare Neutralität eine faktische Parteinahme für die Feinde des jüdischen Staates. Und nicht nur deshalb, sondern auch angesichts der mal sehr milden und mal gar nicht verhängten Sanktionen bei antiisraelischen Boykotten kann man den Verbänden den Vorwurf nicht ersparen, sich immer wieder zu Komplizen der Israelhasser zu machen, wo ihre Funktionäre nicht sogar selbst welche sind. Dabei hat die Profiorganisation der Tennisspielerinnen (WTA) vorgemacht, dass es sehr wohl auch anders geht.

Nach so viel Boykottgeschichten möchte ich zum Abschluss noch von einer Episode berichten, die zumindest positiv begann. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft vor drei Jahren in Deutschland holte der ghanaische Nationalspieler John Paintsil nach dem entscheidenden 2:0 seiner Mannschaft gegen Tschechien eine israelische Fahne hervor, die er in seinem Strumpf verstaut hatte, und zeigte sie jubelnd dem Publikum. Zur Begründung sagte Paintsil, der damals für Hapoel Tel Aviv spielte: „Ich liebe die Fans aus Israel, deshalb habe ich mich für diese Aktion entschieden.“ Leider hatte die Geschichte kein Happy-End, denn der ghanaische Fußballverband distanzierte sich einen Tag später von seinem Kicker und empfahl ihm sogar eine Therapie. Die Botschaft lautete also: Wer für Israel ist, kann nicht ganz richtig im Kopf sein. Bei der FIFA – und nicht nur bei ihr – wird man das im Zweifelsfall genauso gesehen haben. Denn eine Oase der Vernunft war der Weltfußballverband noch nie, sondern stets nur Mitschwimmer in einem Meer von Unsinn.

Schweden: Abtreibung wegen unerwünschten Geschlechts

Frau wollte keine dritte Tochter – Abtreibungstourismus aus Norwegen.

Stockholm (idea) – In Schweden dürfen ungeborene Kinder abgetrieben werden, wenn die Mutter nicht mit dem Geschlecht einverstanden ist. Das hat die Nationale Sozial- und Gesundheitsbehörde in Stockholm entschieden.

Eine Mutter von zwei Töchtern aus Eskilstuna (Südschweden) hatte zwei Abtreibungen vornehmen lassen, weil sie nicht noch eine dritte Tochter wollte. Als sie bei einer erneuten Schwangerschaft die Ärzte wieder darum bat, ihr das Geschlecht des Kindes mitzuteilen, fragten diese die Behörde um Rat. Antwort: Abtreibungen aufgrund des Geschlechts dürfen nicht verweigert werden. Andernfalls verstoße man gegen die geltende Rechtslage, die eine Abtreibung bis zur 18. Woche erlaubt. Laut einem Bericht des Schwedischen Tageblatts hat inzwischen ein Abtreibungstourismus zwischen Norwegen und Schweden eingesetzt: Da in Norwegen Abtreibungen nur bis zur zwölften Woche erlaubt sind, man das Geschlecht aber erst danach erfahren darf, reisten immer mehr Schwangere in das Nachbarland. Darunter seien besonders Frauen aus anderen Kulturen.

„Wenn eine Frau schon drei oder vier Mädchen hat und aus der Türkei (sic!) stammt, ist der Druck groß, einen Jungen zu bekommen“, zitiert das Blatt einen Abtreibungsarzt.

Jau. Und demnächst wird auch genetisch festgestellt, ob der Junge eine 1 in Mathe bekommt oder Fußballer in der 1.Liga werden kann. Und wenn nicht … Pech gehabt.

Bestimmen die Moslems die Tagesordnung einer Demokratie?

Da darf einer holländischer Parlamentsabgeordneter nicht nach England einreisen, weil Lord Ahmed, Mitglied des Oberhauses, damit droht, dass dann Tausende von Moslems auf den Straßen demonstrieren und Randale machen.

Mal ganz abgesehen davon, wie man zu Wilders steht, aber darf ein Politiker eines Landes einen solchen Besuch verhindern, indem er mit potenziell gewalttätigen Demonstrationen Tausender Moslems droht?

In die VAE darf eine israelische Tennisspielerin nicht einreisen. Angeblich aus Sicherheitsgründen.

Und nun Schweden: Da darf eine israelische Sportmannschaft nicht einreisen, weil Moslems die Veranstaltung bedrohen:

Auch die israelische Daviscup-Mannschaft wird vom 6. bis 8. März in Malmö spielen dürfen – vor 4.000 leeren Zuschauer-Sitzen. Sicherheitsgründe haben dazu geführt, dass der Stadtrat kein Publikum zu den Spielen zulässt. Die Polizei war zwar der Meinung, dass keine Zuschauer außen vor bleiben müssten, aber der Sport- und Erholungsausschuss sieht das Risiko als zu hoch an und schloss Publikum mit den linken Stimmen (5 zu 4) aus; ganz abgesagt wurde das Match wohl nur deshalb nicht, weil das „nicht mehr möglich“ war, wie der für einen Ausfall plädierende stellvertretende Ausschussvorsitzende sagte. Der (nicht linke) Stadtverordnete John Roslund schäumt: „Ich finde, wir sollten den antidemokratischen Kräften nicht erlauben zu entscheiden, wie wir Sportveranstaltungen abhalten.“ Aber die Multikulti-Süchtigen der Politik Malmös treffen lieber Entscheidungen, mit denen Israel als Ursache hingestellt werden kann (seht her, wir müssen das tun, weil die Israelis solche Kriegsverbrecher sind und damit bei uns Krawalle provozieren), als antiisraelische Demonstrationsteilnehmer möglicherweise davon abzuhalten Gewalt zu verüben. Es ist auch bezeichnend, dass ein sportliches Ereignis einmal mehr für ein Hassfest genutzt werden soll. Wer diese Demonstrationen veranstaltet (warum wurden die für diesen Zeitpunkt überhaupt genehmigt?), wird natürlich nicht öffentlich gesagt. Da aber weder eine ethnisch schwedische Gruppe genannt wird und weder der (ethnische) Durchschnittschwede noch westliche Ausländer im Land dazu neigen ihre Demonstrationen mit Gewalt zu verbinden, darf sich jeder seine eigene Gedanken machen, wer da für die Sorge um die Sicherheit gesorgt hat.

(Einschub: Sollte jetzt jemand auf die anti-Ahmadinedschad-Aktionen während bzw. vor der
Fußball-Weltmeisterschaft 2006 verweisen, dann ist das etwas völlig anderes. Die Proteste richteten sich nicht gegen die Teilnahme der iranischen Nationalmannschaft an der WM. Auch wurde deren Auftritt nicht mit Großdemonstrationen dazu genutzt, Stimmung gegen den Iran zu machen. Einzig das Erscheinen des Teheran-Adolf war nicht gewünscht.)

Deutlicher als in Malmö wird in Trelleborg gesagt, was los ist. Dort sollte eigentlich eine israelische Taekwando-Delegation aus 45 Sportlern und 5 Trainern zu den schwedischen Meisterschaften kommen. „Die Reise wurde wegen Drohungen einer muslimischen Organisation abgesagt“, heißt es ganz offiziell. Ein schwedischer Verbandsvertreter berichtet: „Zehntausend Mitglieder einer muslimischen Organisation drohen, die Rechnung wegen des Krieges in Gaza zu begleichen.“ Und anscheinend ist der schwedische Staat nicht bereit bei einer so wenig bedeutenden Sportart genügend Polizei zur Verfügung zu stellen, dass die Veranstaltung geschützt ist.

via Heplev

Da fragt man sich, was hier eigentlich passiert. Da knicken Rechtsstaaten vor gewaltbereiten Moslems ein und stossen lieber den Israelis vor den Kopf als den Gesetzesbrechern?

😦