• Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. -
    Thomas Mann

    "An appeaser is one who feeds a crocodile - hoping it will eat him last." (W.Churchill)

    Es ist einfacher, kritisch zu sein als korrekt.
    Benjamin Disraeli

    Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
    Friedrich Hebbel

    Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand!
    Max Frisch

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft …
    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”
    Carlo Schmid (1949)

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Schweiz und Iran

Von besonderem Interesse wird sein, wie sich die Schweiz, die derzeit die Kooperation mit dem iranischen Regime dermaßen unverfroren wie sonst kaum jemand in Europa betreibt, in der UN-Generalversammlung verhält. Die Schweiz unterstützt ohne jegliche Forderung nach Gegenleistungen den Beitritt des Iran zur Welthandelsorganisation, um den sich das Regime seit 14 Jahren bemüht. Die Schweizer Zeitung Sonntag hat das dazu veranlasst, das Land als »Irans treuesten Verbündeten in der westlichen Welt« zu bezeichnen.

via jungle world

Dass man in der Schweiz gut Geld verdienen kann und die Schweizer auch eine Menge Gold besitzen – bekannt.

Dass die Schweizer aber so geldgierig sind, dass sie alle Warnungen von Verbündeten in den Wind schlagen und alle Werte / Ethik / Moral / christlich-jüdisches Erbe ignorieren, sich dummer Ausreden bedienen, um ihre Geschäfte mit dem Iran zu rechtfertigen – das ist relativ neu.

Die Österreicher und die Deutschen treiben es wohl nicht ganz so schlimm, aber schlimm genug. Keiner scheint willens zu sein, geschäftliche Kontakte zu unterlassen, wenn es etwas zu verdienen gibt. Ob diese Leute auch mit Hitler Geschäfte gemacht hätten? Es fällt mir nicht schwer, mir das vorzustellen.

Schweizer Meyer spricht Klartext

Ein Auszug aus einem Interview mit Frank A. Meyer, Schweizer Publizist und politischer Kolumnist:

Sie finden das Minarett-Verbot töricht, die dadurch provozierte Diskussion aber nötig und spannend. Was halten Sie eigentlich von der Reaktion unseres Bundesrats?
Meyer: Schlimm sind die Entschuldigungen im arabischen Raum. Bei wem entschuldigen wir uns denn da? Und wofür? Wir entschuldigen uns für unseren Volksentscheid bei Despoten und Potentaten, deren Völker nichts zu entscheiden haben! Das halte ich für pervers.

Und warum tun die Politiker das Ihrer Meinung nach?
Meyer: Weil sie unter Druck von Wirtschaftskreisen stehen, denen es völlig egal ist, mit wem sie Geschäfte machen, wenn sie nur welche machen können. Wenn sie ihre Geschäfte durch irgendeinen Volksentscheid gefährdet sehen, stehen sie sofort auf der Seite der Despoten.

Aber Bundesrätin Micheline Calmy-Rey vertritt doch nicht einfach die Interessen der Wirtschaft!
Meyer: Micheline Calmy-Rey hat große Verdienste um die Außenpolitik: Sie hat ihr Leben eingehaucht, sie hat die Schweiz wahrnehmbar gemacht in der weiten Welt. Sie repräsentiert unser Land intelligent und mit starker Stimme. Aber in der Islam-Frage ist sie geprägt vom «Drittweltlertum» der Westschweizer Sozialisten. Das ist nicht mehr politisch, sondern vor allem romantisch.

Immerhin setzt sie sich auch mit der Stellung des Islam in der Schweiz auseinander.
Meyer: Im Oktober stellte sie in einem Vortrag an der Universität Zürich die Frage: «Weshalb ist es heute für eine Frau plötzlich gefährlich geworden, ein Kopftuch zu tragen?» Diese Frage zeigt ihr verqueres Verhältnis zur Wirklichkeit.

Warum?
Meyer: Es ist für keine Muslimin gefährlich, in der Schweiz ein Kopftuch zu tragen. Aber ist es für viele Millionen Musliminnen gefährlich, kein Kopftuch zu tragen. Sie werden für diese Sünde gedemütigt und bestraft.

Kommentare zum Minarett-Verbot

Das Verbot sei «klar diskriminierend»,

kritisierte die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay. Islamische Länder fordern eine Rücknahme des Volksentscheids.
Die Uno-Menschenrechtskommissarin zeigte sich traurig darüber, dass die Schweizer Bevölkerung die fundamentalen Menschenrechte missachte.

«Auf Fremdenhass oder Intoleranz basierende Politik ist extrem beunruhigend, wo immer sie passiert»,

wird Pillay zitiert.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte das Bauverbot von Minaretten in der Schweiz scharf.

Islamophobie sei wie Antisemitismus ein «Verbrechen gegen die Menschlichkeit», sagte er. Er wertete das Abstimmungsresultat als Zeichen einer «zunehmenden rassistischen und faschistischen Haltung in Europa».

Auch Staatspräsident Abdullah Gül kritisierte den Ausgang der Volksabstimmung in der Schweiz vom Sonntag. Der Entscheid sei eine «Schande» für die Schweizer und zeige, wie weit die Islam-Feindlichkeit in der westlichen Welt vorangeschritten sei.

Iran kritisierte den Entscheid ebenfalls als «diskriminierend». Das Abstimmungsresultat vom Sonntag stehe im Widerspruch des Prinzips der Religionsfreiheit, das der Westen predige, sagte der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Ramin Mehmanparast.

Der jordanische Zweig der Muslimbrüderschaft, die Islamische Aktionsfront, bezeichnet den Entscheid als Beleidigung der Muslime und Verletzung der internationalen Menschenrechte. Das Votum stifte zu Hass, Rassismus und zur religiösen Diskriminierung an, heisst es auf der Internetseite der Partei. Die oppositionelle Islamische Aktionsfront gilt als anhängerstärkste Partei Jordaniens. Ihr Ziel ist die Einführung und Anwendung islamischen Rechts in Jordanien.

Der schwedische Außenminister Carl Bildt, dessen Land zur Zeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, schreibt auf seinem Blog:

Während Länder wie die Türkei in Bezug auf Toleranz Schritte in die richtige Richtung unternommen hätten, habe die Schweiz Rückschritte gemacht.

Wenn also die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, sagt, dass durch das Minarett-Verbot >fundamentale< Menschenrechte verletzt werden, dann hat man jetzt einen guten Maßstab dafür, wenn sie das nächste Mal wieder einmal Israel wegen „Verletzung der Menschenrechte“ verurteilt.
Wahrscheinlich ist es für sie auch eine Verletzung der Menschenrechte, wenn den Moslems in Europa ihre Ehrenmorde verboten werden.
Auf jeden Fall sind ihre Kommentare eine Verletzung der Vernunft, des gesunden Menschenverstandes, des gebotenen Widerstandes und der Freiheit.

Und von Carl Bildt habe ich noch keine Beschwerde über die Verletzung der Menschenrechte der Christen in der Türkei gehört.

Islam, Minarette und die Schweiz

„Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“

„Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind.“

Recep Tayyip Erdogan (1998)

Die Frage, ob ein Minarett die Verkörperung aggressiven islamischen Herrschaftsdrangs oder nur das harmlose Symbol einer friedlichen Religion sei, hätte Sultan Mehmed II. vermutlich nicht einmal verstanden.

Selbstverständlich ließ der Osmanenherrscher nach der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 die Hagia Sophia, schon damals ein jahrhundertealtes Zentrum der Christenheit, umgehend in eine Moschee umwandeln.

Zu den ersten Befehlen des Sultans nach der Einnahme der Stadt gehörte deshalb die Anordnung, der Hagia Sophia als unübersehbares Zeichen der neuen Herrschaft ein Minarett aus Holz hinzuzufügen. Bald wurde die hölzerne Übergangslösung durch vier Minarette aus Stein ersetzt, die noch heute das Aussehen des weltberühmten Bauwerks prägen. Bei dem mittelalterlichen Siegeszug der Osmanen über die orthodoxen Staaten des Balkans, also über Bulgarien und Serbien, aber auch später über die katholischen Ungarn war es nicht anders. Die Errichtung von Minaretten an früheren Kirchen gehörte zu den ersten Manifestationen einer Herrschaft, die zumindest in den südlichen Gebieten des Balkans bis 1912 dauern sollte.

Daß die aufständischen Balkanvölker in ihren Kämpfen gegen die Türken dann bevorzugt Moscheen und Minarette zerstörten, war die Kehrseite davon. Jahrhunderte früher, bei der spanischen Reconquista, war es ähnlich gewesen – die siegreichen Spanier wandelten die Minarette der Araber in Glockentürme um.

In der Türkei, wo das Schweizer Referendum schon vor Bekanntwerden des Ergebnisses großer Kritik ausgesetzt war, weiß das nicht zuletzt Ministerpräsident Erdogan bestens, denn er saß im Gefängnis, weil er einmal aus einem Gedicht des türkischen Schriftstellers Ziya Gökalp zitiert hatte, in dem es heißt:

„Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“

Im Jahre 1998 wurde er, den die religionsferne alte Elite längst als Gefahr für ihren Machterhalt erkannt hatte, vermeintlich ob dieses Zitats zu zehn Monaten Haft verurteilt.

Ein Minarett ist allerdings nicht zwingend ein baulicher Bestandteil einer Moschee. Fachleute wie der amerikanische Architekturhistoriker Jonathan Bloom, der sich in Büchern und Studien mit der Geschichte des Minaretts als „Symbol von Glauben und Macht“ beschäftigt hat, erinnern daran, dass zwar der Gebetsruf von jeher Teil des Islams gewesen sei, nicht aber das erst später aufgekommene Minarett.

Der stellvertretende Vorsitzende der türkischen Religionsbehörde Diyanet, Mehmet Görmez, – der christliche Kirchen in der Türkei verhindert wissen und zugleich von Europa Toleranz gegenüber Minaretten als ‚Grundrecht‘ einfordern will – wurde am Montag in dem der Regierung Erdogan nahen Blatt „Zaman“ mit der Aussage zitiert, Minarette hätten nur

„eine einzige Bedeutung – sie symbolisierten den islamischen Glauben, dass es nur einen Gott gibt.“

Als Görmez sich äußerte, stand das Ergebnis des Referendums in der Schweiz noch nicht fest, doch ihn erboste wie viele Türken schon die Tatsache, daß es überhaupt stattgefunden hatte.

Über Religionsfreiheit könne nicht abgestimmt werden, hieß es oft.

„Wo immer sie leben und wohnen, sollten Muslime das Recht haben, ihre Moscheen zu bauen und Orte einzurichten, an denen sie in der Lage sind, ihre Gebete zu verrichten“,

so Görmez. Es sei traurig, daß dieses „Grundrecht“ in der Schweiz verletzt werde.

Von Ministerpräsident Erdogan lag zunächst kein Kommentar zu den Ereignissen in der Schweiz vor. Doch nur wer ihm böse Absichten unterstellt, wird in diesen Tagen daran erinnern, daß es in dem erwähnten Gedicht Ziya Gökalps über die Minarette als Bajonette auch eine Strophe gibt, die seltener zitiert wird:

„Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind.“

via THEO VAN GOGH GESELLSCHAFT

Dass sich die Moslems ärgern, dass die Abstimmung in der Schweiz so ausgefallen ist, kann man ja nachvollziehen. Logisch ist es nicht, aber verständlich.

Aber dass so viele Leute – auch die EU, die UNO und viele Intellektuelle – davon reden, dass die Religionsfreiheit eingeschränkt wurde und einen demokratischen Vorgang nicht als solchen akzeptieren, sondern nur die Einschränkung sehen, die darin liegt – und die ja gar nicht so groß ist, denn ihren Glauben können die Moslems immer noch ohne Probleme ausüben – das erstaunt und entsetzt mich sehr.

Das ist das Eine. Das andere ist, dass die meisten anscheinend immer noch nicht begriffen haben, was das Ziel des Islams ist. Es ist keine Religion, sondern eine politische Bewegung. Die Minarette wären ein weiterer Meilenstein auf dem Weg gewesen, den der Islam in Europa gehen möchte.

Dass viele Politiker das nicht erkennen, ist sehr erstaunlich. Entweder sind sie blind oder sie haben Angst.

Man soll die Moslems ernst nehmen, ihnen zuhören und sie respektieren. Aber wenn sie uns so an der Nase herumführen und bei einem demokratischen Volksentscheid über Minarette von der Einschränkung der Religionsfreiheit reden und daraus schließen, dass Moslems in Europa nicht willkommen sind – dann ist Schluss. Gegen eine solche Vereinnahmung und Erzeugung eines schlechten Gewissens sollen sich alle anfangen zu wehren.

Die Schweiz als Exempel

[…] Begonnen hatte das Drama im Sommer 2008. Die Genfer Justiz ordnete die Festnahme des Gaddafi-Sohnes Hannibal und seiner Frau an. Gegen eine Kaution kam das Paar wieder frei. Die beiden sollen ihr Personal in einem Hotel in Genf geschlagen haben. Vater Muammar Gaddafi kochte vor Wut. Postwendend ließ er zwei Schweizer festsetzen. Ein Racheakt.
Jetzt warten die beiden Unglücklichen auf ihren Prozess. Die Gaddafi-Justiz wirft ihnen „Visa-Vergehen“ und „Steuerdelikte“ vor. Die Schweizer befürchten das Schlimmste. […]

[…] Die bisherigen Bemühungen Berns wirkten mal zornig, mal amateurhaft, mal naiv. Ein Jahr nach der Festsetzung der Schweizer reiste Bundespräsident Hans-Rudolf Merz nach Tripolis. Er entschuldigte sich offiziell dafür, dass die Genfer Justiz Gaddafi junior verhaften ließ. In der Regierung runzelte man die Stirn. Darf sich der Schweizer Bundespräsident für Entscheidungen der unabhängigen Justiz seines Landes bei einem Diktator entschuldigen? […]

Gute Frage. Wie verhält sich ein Staat, der auf Konsens basiert, gegenüber Kräften, die nicht auf Konsens und Kompromisse aus sind, sondern nur ihren Willen durchsetzen wollen? Das ist in diesem Fall Libyien, vor Ort sind es Moslems, die Minarette bauen wollen, um damit ihr Herrschaftsgebiet zu dokumentieren.

„Gaddafi sucht stets ein Kräftemessen und setzt alle Mittel ein, um zu obsiegen.“

Traurig finde ich aber, dass die große EU, bei der sich Libyen ein solches Spielchen mit willkürlich festgesetzten Geiseln sicherlich nicht so weiteres erlauben würde, ein so kleines Land wie die Schweiz im Stich läßt:

„Die Schweiz ist ein kleiner Staat und hat nur wenig Mittel, um Druck auszuüben“, erklärt der Völkerrechtler Thomas Fleiner. „Ich sehe keinen Bereich, wo es möglich wäre, Libyen zum Nachgeben zu bewegen.“

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle sagte bei einem Besuch in Bern nur:

„Wo wir helfen können, wo es gewünscht ist von allen Seiten, werden wir dies selbstverständlich tun.“

Ein Placebo-Satz ohne irgendeine Konsequenz.

Jetzt überlegen die Schweizer – nachdem sie mit dem alle Werte verratendem Kniefall ihres Präsidenten völlig gescheitert sind – ihre Schatztruhe aufzuschließen, um die Geiseln frei zu bekommen.
Ich persönlich glaube nicht, dass Gaddafi sich darauf einlassen wird. Er ist – bzw. er fühlt sich – in seiner Ehre gekränkt und kostet seine Rache und die Tatsache, dass er mit der Schweiz einen schwachen Gegner gefunden hat, aus.

Die EU aber offenbart hier zweierlei:
Erstens läßt sie die Schweiz komplett im Stich. Die Gründe dafür gehen sicherlich von alten Rechnungen, die beglichen werden wollen, bis hin zu Druck, den man auf die Schweiz ausübt, damit sie sich mehr in Richtung EU bewegt.

Zweitens verkennt die EU die wahren Hintergründe dieser elenden Auseinandersetzung – mir tun die beiden Schweizer und ihre Familien einfach nur Leid – bzw. ignorieren diese: Hier geht es nicht um einen bilateralen Streit.
Hier zwingt ein arabischer Staat, der von einem Despoten recht willkürlich regiert wird, einem souveränen europäischen Staat widerrechtlich seinen Willen auf und hält zwei Menschen als Geiseln fest. Wäre Gaddafi nicht ein Staatschef, sondern ein kleiner Anführer irgendeiner unbedeutenden Gruppe – die Reaktionen würden ganz anders ausfallen.

So aber probiert Gaddafi, wie weit er gehen kann – nachdem das ja bei den bulgarischen Krankenschwestern auch schon so gut geklappt hat. Die Schlussfolgerungen, die er aus dieser Geschichte zieht, werden für die EU nicht so folgenreich sein – außer dass er es sicherlich wieder probieren wird, wenn er will.
Aber die Schlussfolgerungen, die alle anderen arabischen, islamischen und kommunistischen Staaten und die moslemischen Bürger Europas, die zum Teil ebenfalls nicht auf Konsens und Kompromiss bauen, sondern auf Stärke und Überlegenheit, werden sein:
Die Europäer

  1. sind nicht bereit, sich gegenseitig zu unterstützen, wenn von unserer Seite entsprechender Druck aufgebaut wird. Damit können wir sie gegeneinander ausspielen.
  2. sind erpressbar und nicht bereit, ihre Werte wirklich zu verteidigen. Aus Angst vor irgendwelchen gerade anstehenden Wahlen suchen sie lieber solange den Konsens, bis sie vor uns auf die Knie fallen.
  3. lernen nicht aus den Vorfällen und Erpressungen, sondern haben den Kniefall vor der islamischen Kultur dermaßen verinnerlicht, dass sie immer wieder das Gespräch und den Kompromiss suchen.

Kompromiss und Konsens sind aber die Grundlagen der (westlichen) Demokratien und Rechtsstaaten. Wenn wir mit einem Gegenüber zu tun haben, der diese Grundlagen nicht akzeptiert, werden Europas Politiker immer in Schwierigkeiten kommen.
Daher muss die Lehre aus diesen Vorfällen sein:

  • Die uns verbindenden Werte müssen gestärkt und im Alltag immer wieder gelebt werden.
  • Menschen oder Staaten, die sich nicht an den Grundlagen unserer Gesellschaften orientieren, dürfen nicht hofiert, sondern müssen von allen gemeinsam unter Druck gesetzt werden, bis es entweder zur Einigung oder zu politischen Konsequenzen kommt. Dies hat nichts mit Islamfeindlichkeit zu tun – die ich ablehne -, sondern mit der Frage, wie gut wir als demokratische Rechtsstaaten in den nächsten Jahrzehnten mit allen anstehenden Konflikten überleben werden.

Die Schweiz mit diesem Konflikt sollte Europa daher eine Lehre sein. Europas Politiker sollten eilen, der Schweiz zur Hilfe zu kommen. Denn hier geht es um mehr als die Schweiz.

Ist Kritik am Islam das gleiche wie Antisemitismus?

Nein, sondern das Gegenteil, schreibt Frank Meyer:

Sind die Muslime in Europa heute, was die Juden gestern waren? Eine verfolgte und gefährdete Minderheit? Sind Islamfeindlichkeit und Judenfeindlichkeit also letztlich dasselbe? Handelt, wer den Islam bekämpft, wie ein Antisemit?

In der Debatte um ein Minarettverbot fallen Sätze wie der von Hisham Maizar, Präsident der Föderation islamischer Dachorganisationen Schweiz:

«Es gibt eindeutige Parallelen zwischen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit. Etwa die Sündenbockmentalität: Wenn in Afghanistan jemand hustet, dann ist der Schweizer Muslim dafür verantwortlich.»

In Afghanistan wird nicht gehustet. In Afghanistan wird gemordet: durch schwer bewaffnete Stammeskrieger, durch Selbstmordattentäter, durch die Taliban, durch grausamste Fundamentalisten. Dagegen wird vom Westen Krieg geführt. Es ist ein Krieg für ein bisschen Freiheit und ein bisschen Gleichheit: für ein menschenwürdiges Dasein der Frauen, für Schulen, die auch Mädchen offenstehen.

Niemand macht Schweizer (oder deutsche) Muslime für den Terror in Afghanistan – für das «Husten» der Taliban – verantwortlich. Auch nicht für andere Untaten, die im Namen Allahs begangen werden.

Zwischen Islamgegnerschaft und Antisemitismus herrscht ein sehr wichtiger Unterschied:
Ziel des Antisemitismus war stets die Verweigerung von gleichen Rechten. Juden wurden gesellschaftlich geächtet, indem man sie stigmatisierte, ihnen Kleidung aufzwang, die sie auf den ersten Blick als Juden erkennbar machte; indem man den Kontakt mit ihnen mied, christliche Kinder nicht mit jüdischen Kindern spielen liess; indem man Juden in Ghettos ausgrenzte; indem man sie verfolgte durch die Inszenierung von blutigen Pogromen.

Die Geschichte des Antisemitismus ist eine Geschichte der Verweigerung von Freiheit und Gleichheit, von Teilhabe und Mitbestimmung: Juden sollten nicht Bürger unter Bürgern sein – für die Nazis nicht einmal Menschen unter Menschen. Sie sollten vom Erdboden verschwinden, ausgerottet werden wie Ungeziefer. Antisemiten in ganz Europa waren die willigen Helfer von Hitlers Holocaust.

Was hat die Kritik an der mächtigen Weltreligion Islam mit der jahrhundertelangen Verfolgung ohnmächtiger jüdischer Minderheiten zu tun?

Geht es den Islamgegnern um die Ausgrenzung der Muslime? Geht es um die Verweigerung von Freiheit und Gleichheit für Menschen, die sich gen Mekka verneigen? Will man ihnen das Recht vorenthalten, Bürger unter Bürgern zu sein?

Nein. Um das Gegenteil geht es.

Die Muslime sollen sich in unsere Gesellschaft integrieren. Sie sollen Freiheit und Gleichheit unserer rechtsstaatlichen Demokratie akzeptieren, indem sie sich lösen aus der religiösen Unterdrückung, die Koran und Scharia bedeuten. Sie sollen die Gleichberechtigung ihrer Töchter und Frauen akzeptieren, wie sie unsere Rechtsordnung gebietet. Sie sollen ihre Kinder ermutigen, sich zu modernen jungen Bürgern zu entwickeln, verantwortungsbewusst, leistungsbereit, ehrgeizig, auf ihr berufliches Fortkommen bedacht.

Die Muslime sollen Bürgerinnen und Bürger werden wie die Bürgerinnen und Bürger ihres Gastlandes, mitgestaltende Menschen einer säkularen, einer offenen Gesellschaft.

Islamkritiker im Geiste von Freiheit und Gleichheit ringen darum, dass die Muslime die Freiheit unserer Kultur akzeptieren, sie ringen darum, dass die Muslime diese Freiheit in ihrem täglichen Leben praktizieren.

Islamkritik ist Kämpfen für Integration – der Muslime; Antisemitismus ist Kämpfen gegen die Integration – der Juden. Islamgegnerschaft ist deshalb das präzise Gegenteil von Antisemitismus.

Doch die paradoxe Gleichsetzung von Islamgegnerschaft und Judenfeindschaft entfaltet Wirkung, denn sie berührt das schlechte Gewissen der westlichen Gesellschaft. Islamische Organisationen haben sich zusammengefunden in einem «Zentralrat der Muslime in Deutschland» – eine bewusste Gleichsetzung mit dem «Zentralrat der Juden in Deutschland».

Die Verniedlichung der islamischen Weltmacht zu einer verfolgten Religion, die Stilisierung der Muslime in Europa zu verfolgten und gefährdeten «Juden» des 21. Jahrhunderts ist absurd – und ein schamloser Missbrauch des schrecklichen Schicksals der Juden für politische Propaganda.

Nochmal das IKRK

Durch einen Hinweis des Lesers Ezra bin ich auf folgende Beschreibung einer Sendung in der ARD (11.06.2008) gestoßen. Allein dieser „Klappentext“ reicht aus, um zu erkennen, dass das Rote Kreuz nicht dem Idealbild entspricht, dass man sich gerne macht.
Auch solche Organisationen sind immer politischen und ideologischen Einflüssen und entsprechendem Druck ausgesetzt. Das ist erst einmal nur eine Tatsachenfeststellung. Entscheidend ist dann immer, was die Einzelnen daraus machen.

Aber man sollte nicht glauben, nur weil irgendwo Rotes Kreuz drauf steht, sei alles in Ordnung.

Das rote Kreuz auf weißem Grund ist ein Symbol für Menschen in Not. Vor allem in Kriegszeiten blickten die Opfer hoffnungsvoll auf das Internationale Komitee des Roten Kreuzes in Genf. Doch die, die unter dem Nazi-Terror am dringendsten Hilfe gebraucht hätten, die Opfer der Schoah, hofften vergebens. Nach dem Krieg berief sich das IKRK lange darauf, nur für die Kriegsgefangenen ein völkerrechtliches Mandat gehabt zu haben. Die Dokumentation zeigt, wie wenig stichhaltig diese Argumentation ist.

Neuere Erkenntnisse der historischen Forschung belegen, dass ein Engagement für die Millionen im deutschen Machtbereich mit dem Tode bedrohten Menschen jüdischen Glaubens und sogenannter „jüdischer Abstammung“ wohl vor allem aus Rücksicht auf die Interessenslage der Schweiz unterblieb. Hinzu kam, dass auch die IKRK-Führung nicht frei war von antisemitischen Ressentiments.

Zudem schien eine Einmischung im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz nicht opportun. Dort waren Juden längst ausgeschlossen und die leitenden Positionen mit Nationalsozialisten besetzt. Im Frühjahr 1942 teilte das Deutsche Rote Kreuz dem IKRK in Genf lapidar mit, Nachforschungsanfragen nach sogenannten „nichtarischen“ KZ-Häftlingen und Vermissten könnten nicht mehr bearbeitet werden.
Selbst die ohnehin seltenen Inspektionen von Konzentrationslagern durch das Rote Kreuz brachten keine Hilfe.

Im Gegenteil, der Bericht des IKRK-Delegierten, des Arztes und Offiziers der Schweizer Armee Maurice Rossel, über seinen Besuch des Konzentrationslagers Theresienstadt fiel so freundlich aus, dass die NS-Propaganda ihn gern zitierte. Beispiele anderer IKRK-Delegierter beweisen, dass Vertreter des Roten Kreuzes durchaus die Möglichkeit hatten zu helfen.

Die Würdigung des Engagements und des Muts Einzelner lässt das Versagen der Mehrheit umso deutlicher werden. Ein Versagen, das seine tragische Fortsetzung in der Nachkriegszeit fand, als das IKRK die Verantwortung für den Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen übernahm. Verzweifelt wandten sich Überlebende der Schoah an den Suchdienst, um etwas über das Schicksal ihrer Angehörigen in Erfahrung zu bringen. Und wieder mussten viele der NS-Opfer erfahren, wie das IKRK sie im Stich ließ.

Und hier ist die Sendung als Google-Video:

Alternativ findet man das Video auch hier.

Schweizer Bundespräsident jubelt

Die Schweiz. Sie entschuldigte sich bei Gaddafi, dem libyschen Präsidenten, dafür, dass sie seinen Sohn Hannibal und seine Schwiegertochter Aline verhaftet hatte.
Passiert war u.a. Folgendes:

Wie der Zürcher „Tages-Anzeiger“ gestern aus bisher unveröffentlichten Untersuchungsakten zitierte, hätte die hochschwangere Aline Gaddafi ihre Bedienstete mit hölzernen Kleiderbügeln so lange geschlagen, bis sie jeweils kaputtgingen. Im Hotelkorridor schlug ihr Hannibal Gaddafi unvermittelt ins linke Auge. Der 39-jährige Marokkaner, der seit fünf Jahren Hannibal diente, erzählte der Genfer Polizei, dass ihm zweimal der Arm gebrochen und Zähne eingeschlagen worden. Weil er seinen Dienst quittieren wollte, habe ihn der Sohn des Herrschers im Wüstenstaat sechs Monate eingekerkert.

Daraufhin ließ Gaddafi zwei Schweizer Geschäftsleute nicht aus Libyen ausreisen, sie sind seit über einem Jahr seine Geiseln. Nun hat sich Bundespräsident Hans-Rudolf Merz bei den Libyern für das Verhalten der Genfer Polizei entschuldigt.
Hannibal verbrachte nämlich zwei Tage in einem Genfer Untersuchungsgefängnis, wurde verhört und erst gegen eine Kaution von 200.000 Schweizer Franken wieder auf freien Fuß gesetzt. Nach der Entschuldigung für diese so ungerechtfertigte Verhaftung Hannibals – wen interessieren schon Gesetze und dass vor dem Gesetz alle gleich sind – hoffte der Schweizer Bundespräsident wohl, dass im Gegenzug die beiden Schweizer freikommen würden.
Aber das Flugzeug, dass die beiden zurückbringen sollte, war leer. Merz verlor nicht seinen Humor seine Appeasement-Haltung. Es sagte ein optimistisch lächelnder Bundespräsident Hans-Rudolf Merz in die Mikrofone:

„Der Flieger ist nicht leer zurückgekehrt, sondern hatte das Gepäck der beiden dabei gehabt.“

Schön auch folgendes Zitat von Hannibal:

„Wenn ich eine Atombombe hätte, würde ich die Schweiz von der Landkarte fegen.“

Da weiß man doch, warum Libyen und auch z.B. der Iran besser keine A-Bombe haben sollte.

Mehr hier und beim Lindwurm.

Gaddafi will offenbar Schweiz auflösen

„Land soll aufgeteilt und an Nachbarn verteilt werden“

Der  libysche Revolutionsführer Gaddafi soll bei der UNO-Vollversammlung formell beantragt haben, die Schweiz aufzulösen. Das schweizerische  Staatsterritorium soll aufgeteilt und an die Nachbarländer verteilt werden, so die angeblichen Pläne Gaddafis.

Gaddafi  habe dies bereits im Juli beim G8-Gipfel in Italien gefordert, berichtete das Schweizer Fernsehen. Damit solle sich die UNO- Vollversammlung befassen, die am 15. September beginnt. Libyen hat für ein Jahr den Vorsitz der UNO-Generalversammlung inne.

Ja, so sind sie, unsere kleinen Despoten. Wenn der große Bruder die Zügel ein wenig lockerer läßt, muss man gleich mal ausprobieren, wie weit man gehen kann.

Dies sollte eigentlich für BHO ein Anschauungsstück sein, was man erreichen kann, wenn man Leute zum Gespräch bittet, die kein wirkliches Interesse daran haben.

Appeasement at it’s best

In der Schweiz wurde im vergangenen Jahr ein Hotelgast festgenommen, der zuvor zwei Angestellte des Hotels verprügelt hatte. Das – die Verhaftung – war ein Fehler, erklärte der Präsident der Schweiz, Hans-Rudolf Merz.

Hannibal Gaddafi und seine Ehefrau waren im Juli vergangenen Jahres in Genf festgenommen worden, weil der Sohn des libyschen Staatschefs zwei Angestellte eines Hotels geschlagen haben soll. Daraufhin stoppte Libyen seine Erdöllieferungen an die Schweiz und zog geschätzte fünf Milliarden Euro von Schweizer Bankkonten ab. Darüber hinaus wurde zwei schweizerischen Geschäftsleuten die Ausreise aus Libyen verweigert.

Andere Menschen straflos zusammenschlagen zu dürfen, das muß manchen einfach straflos erlaubt werden, Söhnen von Despoten beispielsweise. Deshalb erfolgte nun die Entschuldigung der Schweiz für die Zumutungen des Rechtsstaats:

“Der Schweizer Präsident Hans-Rudolf Merz hat sich in Tripolis für die Verhaftung eines Sohns des libyschen Staatschefs Muammar el Gaddafi entschuldigt. Im Gegenzug habe Libyen zugesagt, schweizerischen Unternehmen wieder den Zugang zum libyschen Markt zu öffnen, sagte Merz bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem libyschen Ministerpräsidenten Baghdadi Mahmudi.”

Appeasement, Erpressung und wirtschaftliche Interessen vor allem anderen. Widerlich.

Schweiz und Iran: Appeasement

Präsident Merz in Genf mit AhmadinedschadAußenministerin der Schweiz in Teheran

Israels Botschafter in der Schweiz Ilan Elgar sagte, dass Israel keinem anderen Land vorschreibe, keine Kontakte zum Iran zu haben. Er nehme an, dass die Schweizer Botschaft in Teheran eine wichtige Vermittlerrolle zwischen den USA und dem Iran spiele. Auch andere Länder hätten Kontakte mit dem Iran.

«Aber es treffen sich keine hochrangigen Personen westlicher Staaten mit Ahmadinedschad, außer Schweizer Bundesräte.»

Nach dem Treffen hatte Israel seinen Botschafter vorübergehend aus Bern abgezogen. Elgar erinnerte daran, dass Israel diese Form des Protests erst das zweite Mal bei einem europäischen Land angewendet habe.

«Das Verhältnis der Schweiz zu Israel war leider noch nie so schlecht wie jetzt», sagt er.

Weitergehende Konsequenzen habe das Treffen aber im Moment keine.

Schweizer Neutralität? Schweizer Appeasement!
Und Geschäfte gehen auch.

UPDATE: Und natürlich schlachet A. das Treffen mit Präsident Merz aus.

Blühende Geschäfte Deutschlands mit Iran

Bundeskanzlerin Merkel findet mit ihren Appellen zur freiwilligen Selbstbeschränkung wenig Gehör

So einen Artikel würde ich gerne mal in einer größeren deutschen Zeitung/Zeitschrift lesen. Findet man aber kaum. Stattdessen recherchieren die Schweizer. Allerdings stehen diese sowie auch die Österreicher – neben Holland, Norwegen und Spanien – in der Kritik, was die Iran-Geschäfte betrifft, allerdings sind Rahmen und Einfluss doch ein geringerer als bei uns Deutschen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel und Teile der Regierung sehen den schwungvollen Handel mit Iran mit offensichtlichem Unbehagen. Zu Exportverboten oder zur Einschränkung sogenannter Hermes-Exportbürgschaften ist es allerdings trotz den Vernichtungsdrohungen Präsident Ahmadinejads an die Adresse Israels bisher nicht gekommen.Der Westen tut sich mit der Holocaustleugnung und der Vernichtungsdrohung des iranischen Präsidenten Ahmadinejad gegen Israel schwer. Politische Führer bekunden Entsetzen und Abscheu, können sich aber kaum zu konkreten Massnahmen durchringen. Sanktionen der Uno und der EU verpflichten Mitgliedstaaten, alle Lieferungen zu unterlassen, die zum Atom- und Raketenprogramm des Landes beitragen könnten, lassen im Übrigen aber den Handel zu. Über den Nutzen von Sanktionen wird zudem gestritten wie eh und je, wobei auffallend ist, dass es selten die erklärten Freunde Israels sind, die behaupten, Sanktionen seien kontraproduktiv, würden die Iraner erst recht in die Arme der Mullahs treiben und die Kriegsgefahr erhöhen.

Vage Drohung mit härteren Sanktionen

Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel gehört in dieser Debatte gewiss nicht zu den Apologeten Teherans. Seit Jahren demonstriert Merkel ein auffallendes Interesse an Menschenrechten, an Religionsfreiheit und an den Zuständen in autoritären Staaten. Sie trifft sich mit Unbequemen, mit Dissidenten oder dem Dalai Lama, und anders als ihr Vorgänger Gerhard Schröder scheut sie auch nicht vor öffentlicher Kritik an prominenten Politikern zurück. Vor allem, wenn es um den Holocaust oder die verheerenden Folgen kommunistischer Herrschaft geht, ist der Ostdeutschen der moralische Appell wichtiger als die diplomatische Verbeugung, was dann in Moskau, Peking oder dem Vatikan zu erheblichen Irritationen führen kann. Das gilt auch im Falle Irans. Ein Präsident, der Israel das Existenzrecht abspreche und den Holocaust leugne, könne keine Toleranz von Deutschland erwarten, sagte Merkel, und an der jüngsten Münchner Sicherheitskonferenz unterstrich die Kanzlerin, ihre Regierung sei bereit, härtere Sanktionen ins Auge zu fassen, wenn Iran sich weiterhin weigere, auf die Anreicherung von Uran zu verzichten und seine Atomanlagen kontrollieren zu lassen.

Die Bundeskanzlerin hat also nicht nur eine klare Einstellung, sondern ist sogar bereit, diese auch zu äußern – selbst wenn es hinterher Ärger gibt. Ganz anders als ihr Vorgänger Schröder, der überall den Kotau machte („Putin ist ein lupenreiner Demokrat“, Iran-Besuch).

Das ist die eine Seite. Die andere ist die der geschäftlichen Realität, und sie relativiert viele der schönen Worte. Denn Deutschland treibt Handel mit Iran. Aus keinem anderen Land importiert Iran derzeit mehr. Zwischen Januar und Oktober 2008 stiegen die Exporte aus Deutschland im Vergleich zur gleichen Vorjahresperiode um 10,5 Prozent. Das Niveau ist beträchtlich; 2007 betrugen die deutschen Ausfuhren rund 3,6 Milliarden Euro. Tausende von deutschen Firmen verkaufen nach Iran. Zu den dominierenden unter ihnen gehört das Hightech-Unternehmen Siemens, das laut Angaben seines Sprechers Wolfram Trost im vergangenen Jahr Produkte im Wert von 438 Millionen Euro nach Iran lieferte. Laut Trost verfügt Siemens in Iran über keine Fabriken.

Gestörte Aktionärsversammlung

Siemens ist in den letzten Wochen von der Organisation «Stop the Bomb» heftig kritisiert worden. Zu den Erstunterzeichnern von «Stop the Bomb» gehören unter vielen anderen die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die Bundestagsabgeordnete der Linkspartei Petra Pau, der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geissler (der auch bei der globalisierungskritischen Organisation «Attac» mittut) sowie Stephan Kramer vom Zentralrat der Juden. Die Gruppe, die von ihren Gegnern in antisemitisch geifernden Internet-Foren immer wieder der Kriegshetze bezichtigt wird, hält Siemens-Aktien und hat Ende Januar an einer Aktionärsversammlung den Vorstandsvorsitzenden Peter Löscher gefragt, warum ausgerechnet ein Unternehmen, das eng mit den Nazis zusammenarbeitete, es heute für richtig erachte, ein Land zu unterstützen, das antisemitisch und terroristisch sei, das Frauen, religiöse und ethnische Minderheiten unterdrücke, Homosexuelle umbringen lasse und offen mit Terrororganisationen wie Hamas und Hizbullah zusammenarbeite. «Stop the Bomb» ist der Ansicht, dass viele Produkte der Siemens-Palette, vor allem solche aus dem Kommunikationsbereich, sehr wohl zur Überwachung und Verfolgung von Regimegegnern verwendet werden können.

Siemens, gebeutelt von Korruptionsskandalen, kann sich derzeit keine allzu hochfahrenden Repliken auf solche Anfragen leisten. Löscher sagte an der Aktionärsversammlung, Ethik habe für das Unternehmen höchste Priorität, auch da, wo es um Menschenrechte gehe. Der Firmensprecher Trost präzisierte gegenüber der NZZ, man halte sich akribisch an die gesetzlichen Vorschriften, die im Handel mit Iran gültig seien, und falls sich diese verschärften, werde man sich sofort anpassen. Maßgeblich für Siemens sei allein das Gesetz.

Das ist ein Widerspruch: Erst heißt es, Ethik sei für Siemens von höchster Priorität und dann zählt nur noch das Gesetz. Schöne Ausrede, denn die Bundesregierung hat bisher keine strengeren Gesetze erlassen. So lehnt sich Siemens zurück und sagt sich, solange die Bundesregierung nichts tut, machen wir einfach weiter. Die angebliche Ethik ist dabei nur ein Feigenblatt.

Derzeit würden sämtliche Geschäfte mit Teheran doppelt und mit besonderer Strenge geprüft. Laut Löscher ist Siemens am Bau von Gaskraftwerken, nicht aber von Kernkraftwerken beteiligt. Ob andere Firmen so skrupulös sind, wie Siemens zu sein behauptet, ist offen. Laut Angaben der «Hannoverschen Allgemeinen» sicherte sich die Aerzener Maschinenfabrik GmbH eben erst im Januar den grössten Einzelauftrag ihrer Geschichte. Für 21 Millionen Euro soll sie Gebläse und Schraubenverdichter für eine Stahlfabrik in Isfahan liefern.

Appell zu Selbstbeschränkung

All das ist legal, denn die große Koalition hat trotz beträchtlichem Druck der Administration Bush keine weiteren Exportrestriktionen erlassen. Auch der Start der iranischen Trägerrakete «Safir II» am 2. Februar, der Iran zur achten Weltraumnation gemacht hat, hat daran nichts geändert. Zwar ist das Unbehagen der Kanzlerin deutlich zu spüren. Doch vorläufig belässt es die Regierungschefin bei moralischem Druck. Sie hat die deutsche Wirtschaft ermahnt, sich in freiwilliger Selbstbeschränkung zu üben. Falls es so etwas je gab, hat es allerdings nicht viel bewirkt. Im vergangenen Jahr hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, das für die Überwachung des deutschen Außenhandels mit verbotenen Waren zuständig ist, über 2800 Geschäfte mit Iran bewilligt.

Die Wirtschaftslobby muss enorm stark sein, anders kann ich mir das nicht erklären. Auch die wirtschaftsfreundlichen und moralfreien Politiker innerhalb der Regierungskoalition müssen einen großen Einfluss haben.

Dennoch scheint es in der Regierung einen gewissen Dissens zu geben. Ende Januar berichtete das «Handelsblatt» unter Berufung auf Quellen aus der Industrie und der Regierung, die staatliche Risikoübernahme für Ausfuhrgeschäfte mit Iran sei praktisch zum Erliegen gekommen. Abgesehen von wenigen, begrenzten Ausnahmen werde es in absehbarer Zeit keine sogenannten Hermes-Bürgschaften für Iran-Projekte mehr geben, und Bundeskanzlerin Merkel habe den – inzwischen abgetretenen – Wirtschaftsminister Glos angewiesen, die Vergabe von Hermes-Exportbürgschaften für Iran-Geschäfte zu stoppen. Berlin habe damit auf die wachsende Kritik aus Ländern wie Israel oder den Vereinigten Staaten reagiert.Doch irgendetwas scheint bei diesem Projekt schiefgelaufen zu sein. Wie ein Sprecher der Regierung bestätigte, werden Hermes-Bürgschaften nach wie vor bewilligt, falls sie den Kriterien einer Einzelfallprüfung genügen. Was genau geschehen ist, lässt sich nur vermuten; die Regierung schweigt dazu. Doch ist die Annahme, dass es Widerstand aus wirtschaftsfreundlichen Kreisen der Koalition und aus der Wirtschaft selber gegeben hat, naheliegend. Auch die Vermutung, dass es der bekanntermassen unzimperliche Glos war, der hier an erster Stelle blockiert hat, ist gestattet. Hat Merkel eine von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkte Niederlage erlitten?

Doppelgleisigkeit

Sicher ist, dass in der deutschen Iran-Politik zwischen Anspruch und Realität ein Abgrund klafft. Da sind, einerseits, Merkel oder Außenminister Steinmeier, der im Juli letzten Jahres dafür plädierte, den Atomstreit mit Iran umgehend wieder vor den Uno-Sicherheitsrat zu bringen, und zwar «mit expliziter Berücksichtigung Russlands und Chinas» für den Fall, dass es keinen Fortschritt oder hilfreiche Antworten aus Teheran zu vermelden gebe. Anderseits war es laut einem Bericht der «New York Times» nur wenige Tage später Deutschland, das in der sogenannten 5+1-Gruppe – bestehend aus den fünf permanenten Sicherheitsratsmitgliedern USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien plus Deutschland – darauf drang, die Frist, innerhalb deren man auf weitere Verschärfungen gegenüber Teheran verzichten wolle, zu verlängern. Solche Inkonsequenz ist vor allem für Gruppen wie «Stop the Bomb» bedauerlich, die davon überzeugt sind, dass es Deutschland in der Hand hätte, mit einem weitgehenden Handelsboykott dem iranischen Nuklearprogramm einen entscheidenden Schlag zu versetzen oder es gar zu stoppen.

Wenn Deutschland den Handel mit dem Iran einstellen bzw. drastisch reduzieren würde, dann hätte das garantiert einen durchschlagenen Erfolg im Bemühen, den Iran zur Kooperation zu bewegen. Dass es nicht geschieht, ist auf unserem geschichtlichen Hintergrund und den anderslautenden Aussagen Merkels eine sehr bedenkenswerte Angelegenheit – um nicht zu sagen: Das ist einfach nur Scheiße.
Wieso haben wir – bei allem Verständnis für taktisches Verhalten und politische Rücksichtnahmen – es verlernt, klar Stellung zu beziehen und uns – mit Taten! – von Leuten zu distanzieren, die gegen unsere eigentlichen Überzeugungen handeln?

Schöpfung: England und Schweiz

England
Die biblische Schöpfungslehre wird fester Bestandteil des Lehrplans – zumindest im britischen Hampshire. Dort soll im Religionsunterricht künftig über das Für und Wider von Evolution, „Intelligent Design“ und Kreationismus diskutiert werden.

In Hamshire werden Schüler und Lehrer bald nicht mehr nur über die Evolutionstheorie, sondern auch über den Kreationismus und die Theorie des „Intelligent Design“ sprechen. Wie die britische Tageszeitung „Telegraph“ meldet, soll diese Änderung des Lehrplans 11- bis 14-jährige Schüler betreffen. Die alternativen Theorien sollen allerdings nur im Religionsunterricht Beachtung finden. Als wissenschaftliche Theorie finde der Kreationismus weiterhin keine Beachtung.

Akademiker wie Kirchenvertreter lobten die Neuerung, da sie die Schüler dazu motiviere, die unterschiedlichen Standpunkte über die Entstehung des Lebens abzuwägen.

„Die Spannungen zwischen Religion und Wissenschaft sollten nicht geleugnet werden“, heißt es laut einer neuen Richtlinie zur Unterrichtsgestaltung. Außerdem solle das Zeichnen von „Schwarz-Weiß-Bildern“ vermieden werden, da die verschiedenen Standpunkte wesentlich komplexer seien.

Eine Studie zeigte kürzlich, dass vier von fünf Briten nicht an die biblische Schöpfungsgeschichte glauben. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist der Meinung, die Evolutionstheorie widerlege Gott.

An Schöpfer und Evolution zugleich glauben?
Die Lehrer sollen künftig die Gründe dafür thematisieren, warum viele Menschen die Evolutionstheorie auch zu Zeiten Charles Darwins nicht akzeptierten. Weiterhin sollen sie ihre Schüler fragen, ob es ihrer Meinung nach möglich sei, an einen Schöpfer und die Evolution zu glauben. Diskutiert werden soll auch über die katholische Sicht der Schöpfung, nach der der Mensch durch natürliche Selektion entstanden ist, die Seele aber von Gott geschaffen wurde.

Anna McNair Scott, Vorsitzende des britischen „Standing Advisory Council for Religious Education“ (Koordinierungsstelle für religiöse Erziehung), sagte laut „Telegraph“:

„Es gibt in den Richtlinien keinen Anhaltspunkt dafür, das Kreationismus eine Wissenschaft ist und noch weniger dafür, dass er als solche unterrichtet werden sollte.“ Der neue Lehrplan solle lediglich die Diskussion fördern.

Andy McIntosh, Kodirektor der Darwin-kritischen Gruppierung „Truth in Science“ (Wahrheit in der Wissenschaft) erklärte:

„Es sollte eine offene und faire Diskussion über diese Punkte geben und wir sollten Schülern nicht nur eine Blickweise vermitteln. Es ist möglich, sich die Indizien anzusehen und zu einer anderen Auffassung als der evolutionären Position zu kommen. Tatsächlich würden viele wohl erkennen, dass die Indizien perfekt zu einer ‚Design‘-Position passen.“

Schweiz
Weniger erfolgreich sind bisher Schweizer Kreationisten. „Intelligent Design“ und Kreationismus sind im Nachbarland nicht fest im Lehrplan verankert. Um das zu ändern bereitet der Verein „ProGenesis“ derzeit eine Volksinitiative vor, die einen „wertneutralen Unterricht“ an den öffentlichen Schulen verlangt. Dazu soll neben der Evolution auch die göttliche Schöpfung gelehrt werden.

Gian Luca Carigiet, Präsident von „ProGenesis“, erklärte auch,

er wolle sich und seinen Verein nicht als Gegner der Evolution verstanden sehen. Ein Grund für die Initiative sei der „zunehmende soziale Druck“ auf Schüler, die an die Schöpfungslehre glaubten.

Laut einer Umfrage, die „ProGenesis“ auf seiner Homepage veröffentlicht, wünschen sich 75 Prozent der Schweizer eine gleichberechtigte Berücksichtigung von Evolutionstheorie und Schöpfungsgeschichte im Biologieunterricht.

Für Anton Strittmatter, Leiter der Pädagogischen Arbeitsstelle beim Lehrerverband LCH, kommt es laut „Beobachter“ nicht in Frage, dass Kreationismus auf eine Stufe mit der Evolutionslehre gestellt wird:

„Schöpfungslehren sind religiöse Weltmythen, die als solche im Unterricht durchaus thematisiert werden sollen.“ Im Biologieunterricht etwa, hätten solche Theorien nichts verloren. Eine Einbindung schöpferischer Theorien in den Religionsunterricht, wie es nun in Hampshire möglich ist, schloss er nicht aus.

Die entscheidenen 2 Fragen bei der Entstehung des Lebens sind:

  1. Wie ist das Leben aus dem Nichts/aus nicht-lebendigem Matarial entstanden?
  2. Wie hat sich das Leben und die verschiedenen Arten dann weiterentwickelt zu dem, was wir heute haben?

In der zweiten gibt es wesentlich mehr Ansätze, da habe ich auch kein großes Problem. Da hat die Wissenschaft gute Möglichkeiten, Beweise und Indizien zu sammeln und wissenschaftlich zu arbeiten – sprich Theorie – Diskussion – Ergebnisse – wieder in Frage stellen – neue Theorie – usw.

Die 2. Frage ist auch für mich als Christ sekundär, denn der biblische Schöpfungsbericht ist sicherlich kein wissenschaftliches Dokument. Es kann so abgelaufen sein, aber es muss nicht. Die viel entscheidendere Frage ist nicht das „Wie war der Ablauf?“, sondern das „Wer steht hinter all dem?“.

Aber in der ersten Frage besteht immer noch eine große Leere seitens der Evolutionsvertreter, die Wissenschaft ist hier in den letzten Jahrzehnten kaum vorangekommen. Es kommt hier zu der wissenschaftlichen Diskussion auch eine religiöse und philosophische Ebene: Ist das Leben durch Zufall entstanden oder gibt es ein intelligentes Wesen, das das Leben geschaffen hat?

Und hier vermischen manche Wissenschaftler und Atheisten die Diskussion unzulässig. Sie wollen die Evolutionstheorie zum Beweis dafür benutzen, dass es keinen Gott gibt. Sie schließen einen Gott in der Suche nach der Wahrheit von vornherein aus.

Aber darf man das machen, wenn man so eine elementare Frage bewegt oder ist das ein Nachfolgen einer Ideologie, einer neuen Religion, in der ein Gott keinen Platz hat? Ich meine: Das darf man nicht! Wenn man (in der Wissenschaft) die Wahrheit sucht, kann man nicht eine Option aufgrund einer Ideologie ausschließen.

Und insofern ist es doch auch nur folgerichtig, dass an den Schulen in England zumindest im Religionsunterricht beide Seiten dargestellt werden, damit die Schüler sehen, dass die ET eine Theorie ist und es auch andere Möglichkeiten gibt.

Ich würde mir das für Deutschland auch wünschen.